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Dank Nivelliergerät 60 Prozent schneller arbeiten Granubot: Knieschonend, schnell und präzise

Mit dem Nivelliergerät Granubot lassen sich Schüttungen oder Trockenestrich im Stehen einbauen. Das schont nicht nur die Gesundheit, sondern ist auch sehr präzise.

Die Knie von Parkett- oder Fliesenlegern müssen einiges aushalten. Zumindest beim Nivellieren des Untergrunds kann aber auch im Stehen gearbeitet werden. Möglich macht das der Granubot, der dem Anwender noch deutlich mehr Vorteile bietet als eine körperschonende Arbeitsweise.

Gebundene oder ungebundene Schüttungen, feiner Splitt, Fließestrich, Spachtelmasse oder Fliesenkleber können mit dem Gerät bis zu 60 Prozent schneller verlegt werden. „Damit amortisiert sich der Granubot schon nach einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern“, erklärt Karl-Heinz Müller, der das Nivelliergerät erfunden und gemeinsam mit den Werkzeug- und Vorrichtungsbauern der Firma QsQ zur Marktreife geführt hat. Außerdem besticht der Granubot durch seine hohe Präzision und den Vorteil, diese auch an unzugänglichen Stellen wie in Ecken oder an Heizungsrohren einzuhalten.

Die Vorteile des Granubot

Hier sehen Sie den Unterschied zwischen den herkömmlichen Ausgleichen von Schüttungen und der Arbeit mit dem Nivelliergerät Granubot.

Das Nivelliergerät besteht aus einem dreibeinigen Stativ mit höhenverstellbaren Füßen und einem zweiteiligen Dreharm, an dessen Ende der Aktuator sowie das Schwert zum Verteilen der Schüttung angebracht sind. Neben der Mechanik steckt das eigentliche Know-how des Granubots im batteriebetriebenen Aktuator. Dieser nimmt das Signal eines roten Rotationslasers mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von rund 600 U/min auf und richtet über einen Stellmotor die Höhe des Schwertes aus. So können sogar Ebenen mit leichtem Gefälle bearbeitet werden, was vor allem beim Bau von Terrassen genutzt wird. Denn der Granubot kann auch im Außenbereich eingesetzt werden.

Der Anwender kann über einen Griff am Aktuator das Schwert führen und mit etwas Übung in kurzer Zeit eine Bodenfläche von 10 bis 15 m2 ausgleichen, ehe er den 24 kg schweren Granubot umsetzen muss. Nach dem Umsetzen pendelt sich das Schwert automatisch wieder auf die vor Beginn der Arbeiten eingestellte Höhe ein, so dass sofort weitergearbeitet werden kann. Der Arbeitsradius liegt bei rund 2,3 m, die maximale Schüttguthöhe bei 14 cm.

Zusammengefaltet lässt sich das Stativ mit dem Dreharm über einen Tragegriff einfach transportieren und bei einer Länge von 1,2 m auch gut in jedem Pkw verstauen. Für Aktuator, Schwert und Akku plus Ladegerät steht ein Koffer zur Verfügung.

Granubot

Werkzeugbauer QsQ produziert in Kleinserie

Von der hohen Genauigkeit des Granubots profitieren unter anderem Kfz-Werkstätten, die für die Prüfplätze zur Einstellung von Scheinwerfern besonders ebene Böden benötigen. Denn seit Januar darf die Hauptuntersuchung nur durchführen, wer die sogenannte HU-SW-Prüfrichtlinie aus dem Jahr 2014 einhält, in der sehr geringe Toleranzen für Unebenheiten vorgeschrieben sind.

„Viele Bodenleger scheuen solche Aufträge, wenn im Anschluss Prüfingenieure das Ergebnis begutachten“, meint Stefanie Müller. Die Tochter des Erfinders, verantwortlich für das Marketing, empfiehlt für solch knifflige Arbeiten den Granubot: „Auf einer zwölf Meter langen Prüfbahn haben wir eine Abweichung von 0,4 Millimeter nachweisen können.“

Gebaut wird der mehrfach ausgezeichnete Granubot bei QsQ in Erkelenz unter der Regie von Werkzeugmachermeister Christof Brockers. Produziert wird in Kleinserien von jeweils 20 bis 30 Stück, die europaweit ausgeliefert werden. Das Absatzgebiet reicht von England bis in die Türkei. „Viele Kunden melden sich von selbst bei uns, weil sie irgendwo den Granubot gesehen haben und davon begeistert waren“, freut sich Stefanie Müller über die internationale Resonanz.

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