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Steuer aktuell GPS-Fahrtenbuch birgt Steuerrisiken

Manchmal ist es für selbständige Handwerker richtig frustrierend. Man müht sich mit einem Fahrtenbuch ab und bekommt nach einer Prüfung des Finanzamts die wenig motivierende Quittung dafür: Steuernachzahlungen, weil die Aufzeichnungen unwirksam sind. Im Fokus steht dabei meist das beliebte GPS-Fahrtenbuch.

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GPS-Fahrtenbuch
Jede berufliche Fahrt sollten Sie gut dokumentieren. Auch mit einem elektronischen Fahrtenbuch sollten Sie sich den Tachostand aufschreiben. -

Bei Führung eines elektronischen Fahrtenbuchs für den Firmenwagen ist für die steuerliche Wirksamkeit der Aufzeichnungen vor allem wichtig, dass nachträgliche Änderung entweder ausgeschlossen sind oder vom Programm aufgezeichnet und nicht gelöscht werden können. Was auch wichtig ist, damit das Finanzamt die Besteuerung der Privatnutzung nach der Fahrtenbuchmethode anerkennt, sind zeitnahe Aufzeichnungen.

Beruflichen Reisezweck eintragen

Immer mehr Unternehmer statten ihre Firmenwagenflotte im Betrieb mit einem GPS-Fahrtenbuch aus. Hier werden Datum und Kilometerstand (durch Hinzurechnung ermittelt) automatisch erfasst. Die Fahrtstrecke und das Ziel der Fahrt werden ebenfalls vollautomatisch durch die GPS-Ortung aufgezeichnet. Der Nutzer des Firmenwagens muss nur noch die Angaben zum beruflichen Reisezweck bzw. zum aufgesuchten Kunden ergänzen.

Diese GPS-Aufzeichnungen werden vom Finanzamt allerdings nur anerkannt, wenn der Firmenwagennutzer seine Ergänzungen zum beruflichen Reisezweck innerhalb von sieben Kalendertagen nach Abschluss der jeweiligen Fahrt einträgt (OFD Rheinland und Münster, Kurzinfo Lohnsteuer-Außendienst, Nr. 02/2013 v. 18.2.2013).

Da die Ergänzungen bei GPS-gestützten Fahrtenbüchern meist im Webportal des Fahrtenbuchanbieters erfolgen, kann ein Prüfer des Finanzamts also sofort erkennen, ob die 7-Tages-Regel konsequent eingehalten wurde. Falls nein, könnte die steuerliche Wirksamkeit kippen und die Besteuerung der Privatnutzung wird anhand der 1-Prozent-Regelung vorgenommen.

Tipp: Die Oberfinanzdirektionen Rheinland und Münster wiesen in Ihrer Kurzinfo zudem daraufhin, dass die GPS-Ermittlung der Fahrtstrecken zwar anerkannt wird. Dennoch sollen Unternehmer, die ein GPS-Fahrtenbuch nutzen, den tatsächlichen Tachostand des Firmenwagens im Halbjahresabstand dokumentieren. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv .

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