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Französischer E-Transporter will Streetscooter ablösen Goupil G6: Zur Premiere mit Koffer oder als Kipper

Goupil startet im Herbst die Serienproduktion eines elektrisch angetriebenen 3,5-Tonners. Er soll in die Marktlücke stoßen, die der Produktionsstopp des Streetscooters hinterlässt.

Wenn die Post wie angekündigt Ende des Jahres die Produktion ihres Streetscooters einstellt, dann steht der Nachfolger schon in den Startlöchern. Denn für Herbst plant der französische Hersteller Goupil den Serienanlauf des G6. Wie der deutsche Generalimporteur Iseki mitteilt, könnten noch in diesem Jahr die ersten Elektrotransporter ausgeliefert werden.

Der Goupil G6 bietet je nach Aufbau eine Brutto-Nutzlast von bis zu 1,2 t und nach WLTP-Testverfahren eine Reichweite von 110 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Dank seiner kompakten Abmessungen von 4,8 m Länge und 1,7 m Breite sei der 3,5-Tonner außerordentlich wendig, was ihm in engen Innenstädten zugute kommt.

Bis zu 900 kg Nutzlast

Zum Marktstart wird es zunächst zwei Modelle geben – einen Transporter mit Kofferaufbau für 900 kg Nutzlast sowie einen Abrollkipper mit 800 kg Nutzlast. Durch die Zu­sammenarbeit mit etablierten Aufbau-Herstellern soll die Modellpalette aber in den nächsten Jahren weiter wachsen. Vorgesehen sind laut Iseki Versionen mit Ladekran, Kühlkoffer, Müllkipper inklusive Hebefunktion für Abfallcontainer sowie Ausstattungen zum Personentransport. Auch maßgeschneiderte Aufbauten auf Kundenwunsch seien möglich.

Goupil G6 als Abrollkipper.

Der Kofferaufbau des Premierenmodells, dessen Prototyp Ende November des vergangenen Jahres auf der Messe Solutrans in Lyon vorgestellt wurde, bietet ein Ladevolumen von 9 m3, eine Schiebetür auf der rechten Seite sowie 270 Grad öffnende Flügeltüren im Heck. Da bei dem Fronttriebler die Antriebswelle entfällt, konnte die Ladekante auf 40 cm gesenkt werden, wodurch der Koffer begehbar wird. Die Lithium- Ionen-Akkus mit einer elektrischen Leistung von 28,8 kW sind unter dem Fahrerhaus untergebracht. Sie können mit dem Bordladegerät innerhalb von 5 h an jeder Steckdose geladen werden.

Die Fahrerkabine bietet Platz für bis zu drei Personen und laut Hersteller einen vergleichbaren Komfort wie in einem Transporter mit Verbrennungsmotor – angefangen bei der Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern über das digitale Armaturenbrett mit einem 10 Zoll großen Display bis hin zum Multimedia-System und LED-Leuchten.

Servicepartner gesucht

Das Unternehmen Goupil mit Sitz im südwestfranzösischen Bourran wurde 1996 gegründet und gehört heute zum US-amerikanischen Fahrzeughersteller Polaris, der vor allem für seine Quads, Schneemobile und Motorräder bekannt ist. Mehr als 20.000 Elektrofahrzeuge von Goupil sind bisher weltweit in 35 Ländern verkauft worden.

In Deutschland wird der Goupil G6 über das bundesweite Netz von Fachhandelspartnern der Iseki Maschinen GmbH vertrieben, die auch Service und Ersatzteilversorgung sicherstellen sollen, so Unternehmenssprecher Oliver Sticht. Um das Händlernetz weiter zu verdichten sucht Iseki aber noch Partner, vor allem in Ostdeutschland.

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