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Edelmetalle So vermeiden Gold-Käufer Abzocke

Es ist paradox: Gold gilt für viele Anleger gerade in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Gleichzeitig lockt das Edelmetall zahlreiche Betrüger an, die in Internetshops mit hohen Rendite-Versprechen locken. Immer wieder endet das in Skandalen und verschwundenen Anleger-Geldern. Das ist vermeidbar.

Zuallererst: Gesunder Menschenverstand schadet auch beim Gold nicht. Jedem Anleger sollte klar sein, dass das gelbe Metall keine Verzinsung bietet und der Preis teilweise erheblich schwankt. Wenn der Anbieter eine Preisgarantie und/oder eine Mindestverzinsung verspricht, sollten alle Alarmglocken läuten. Wer Zinsverzicht und Schwankungen nicht erträgt, sollte vom Gold die Finger lassen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft physisches Gold in Form von umsatzsteuerfreien Barren oder Münzen. Das ist zwar vor allem bei kleineren Einheiten relativ teuer, Münzen wie Krügerrand oder Maple Leaf sind aber leicht handelbar. Sie können bei seriösen Fachhändlern, in Filialen oder online, sowie bei vielen Banken erworben werden. Ein Vergleich der Preise ist zum Beispiel über das Portal www.gold.de möglich.

Gold in Safe oder Bankschließfach aufbewahren

Wegen der Diebstahlgefahr sollte Gold in einem sicheren Safe (unbedingt mit der Hausratversicherung abklären, bis zu welchem Wert die Wertsachen versichert sind) oder in einem Bankschließfach verwahrt werden. Das kostet mit etwa 100 Euro im Jahr nicht die Welt. Wer Gold aus strategischen Gründen und als Versicherung für Extremszenarien erwirbt, wird diese Variante des physischen Kaufs bevorzugen.

Zu beachten ist, dass im Rahmen der Geldwäschebekämpfung bei Bartransaktionen von über 2.000 Euro die Personalien festgehalten werden. Insofern ist es dringend ratsam (auch in Bezug auf die Gewinnbesteuerung und die Versicherung bei Verlust), die Kaufquittungen aufzubewahren.

Preiswertere Alternative sind Gold-ETCs

Preiswerter ist der Kauf eines Gold-ETCs wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold II. Diese Investitionen sind Schuldverschreibungen der Emittenten (Deutsche Börse Commodities bzw. Börse Stuttgart Securities), die zum größten Teil mit physischem Gold unterlegt sind. Dieses Gold kann sich der Investor sogar liefern lassen. Bei einer (unwahrscheinlichen) Pleite des Emittenten kann jedoch ein Totalverlust drohen, da die Forderung nicht durch das Einlagensicherungssystem abgedeckt ist.

Insofern eignen sich Gold-ETCs für Anleger, die Gold als Teil ihrer Asset-Allocation in ihren Depots einsetzen, aber kein Extremszenario wie Währungsreform oder Hyperinflation absichern wollen.

Steuerlich sind etwaige Wertgewinne nach einer Haltefrist von mehr als zwölf Monaten steuerfrei. Das bedingt, dass der Kauf entsprechend dokumentiert sein muss.

Über den Autor: Thomas Buckard ist Vorstand der Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen AG in Wuppertal.

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