Finanzen -

Rohstoffe Gold ist kein Krisenschutz

Die Krise ist da. Warum aber funktioniert das Lieblingsinstrument zur Krisenabsicherung nicht? Warum geht Gold nicht durch die Decke? Warum fallen Goldminenaktien ins Bodenlose? Weil die goldverkaufenden Krisen- und Crash-Propheten unrecht haben.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Gold ist kein Krisenschutz. Es ist einfach nur eine Assetklasse, die mal funktioniert und mal nicht. Es bringt keine Zinsen und kostet Geld zur Aufbewahrung. Was genau soll man jetzt mit Gold anfangen? Essen kaufen? Oder Toilettenpapier? Nicht, dass der Verkäufer sich nicht freuen würde, einen Krügerrand für ein Päckchen Küchenrollen und zehn Brötchen zu bekommen. Aber herausgeben kann er eher nicht. Die derzeitige Pandemie-Krise zeigt: Die Versorgung funktioniert, mit dem Euro lässt sich bezahlen und selbst mit Dollars kann man einkaufen gehen.

Corona-Maßnahmen belasten Wirtschaft stark

Der wirtschaftliche Schaden, der durch die Pandemie-Gegenmaßnahmen ausgelöst wird, ist unfassbar groß. Letztlich werden mehr Menschen Pleite gehen, als am Virus sterben. Unternehmensumsätze und Gewinne werden einbrechen und mit ihnen die Börsen. Dann sieht man Kaufkurse.

Vielleicht steigt dann das Gold ein bisschen. Aber wirklich Verluste ausgleichen wird man damit nicht können. Wie aber dann die Krise meistern? Donald Trump geht wohl davon aus, dass zusätzliches Staatsgeld funktionieren kann. Was ungefähr so richtig ist, wie Gold zu kaufen: Mit den Unternehmensumsätzen, den Gewinnen und damit den Einkommen der Bürger sinken zumindest kurz- und mittelfristig die Steuereinnahmen. Hilfsprogramme aber kosten Geld. Also wird noch mehr auf Pump gekauft und der Schuldenberg vergrößert.

Weltweit fallen die Märkte

Zudem hat die Fed mit der Zinssenkung um 100 Basispunkte die kritische Lage bestätigt und ihr letztes Pulver verschossen. Die Quittung kam prompt. Die Märkte in Asien sind gefallen, Europa folgte. Wo Deutschland vielleicht noch in der Lage wäre, substanzielle Hilfen zu finanzieren, sind es die USA ganz sicher nicht. Bereits heute ist das Land so hoch verschuldet, dass schon eine marginale Zinserhöhung es an den Rand des Zusammenbruchs bringen wird.

Wenn wir in USA und/oder Europa Bilder mit Menschen sehen, die in Schlangen vor den Krankenhäusern warten, dürfte es den letzten Ausverkauf an der Börse geben. Und dann: All In!

Über den Autor: Uwe Zimmer ist Geschäftsführer der Fundamental Capital GmbH in Hennef.

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