Messeplanung -

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft Giveaways auf der Messe: So werden sie richtig eingesetzt

Zu einer guten Präsentation auf einer Messe gehören auch ansprechende Giveaways. Sie helfen dabei, dass Kunden und Interessenten das Unternehmen in guter Erinnerung behalten.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Messeplanung

Die Messe ist gelaufen, die Gespräche mit Kunden und Interessenten waren vielversprechend. Doch wie schafft man es, in guter Erinnerung zu bleiben? „Um potenzielle wie auch bestehende Kunden zu erfreuen und den Firmennamen zu verbreiten, eignet sich weniges besser als ein kleines Präsent“, heißt es bei Promoidee, einem Werbeartikelhersteller aus der Nähe von Fürth. Und das zu Recht – denn Werbegeschenke zählen zu den klassischen und überaus erfolgreichen Maßnahmen der Kundenbindung. Allerdings sollten Giveaways mit Bedacht ausgewählt werden, um den Empfänger erfolgreich anzusprechen und den gewünschten Werbeeffekt zu erzielen.

Laut Angaben des Gesamtverbands der Werbeartikel-Wirtschaft (GWW) gaben deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr insgesamt knapp 3,5 Milliarden Euro für Werbeartikel aus. Damit rangieren die kleinen Kunden-Präsente direkt hinter TV-Werbung bereits an zweiter Stelle, noch vor Print-, Außen-, Radio- und Onlinewerbung. Und das ist auch kein Wunder, schaut man sich weitere Zahlen an, die der Verband in seinem jährlich erscheinenden Werbeartikel-Monitor veröffentlicht hat: Demnach besitzen 95 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre einen Werbeartikel, 93 Prozent benutzen ihn auch regelmäßig. Und das wiederum sorgt dafür, dass Werbeartikel im Vergleich zu anderen Kommunikationsmitteln die höchsten Erinnerungswerte an das beworbene Produkt (95 Prozent) beziehungsweise an den Marken- oder Unternehmensnamen (78 Prozent) erzeugen. Dies belege „die besonderen Vorteile und die hohe Effizienz“ dieser Werbeform, meint der Verbandsvorsitzende Patrick Politze.

Ausgefallene Geschenke gefragt

Um diese Effekte für sein Unternehmen ausnutzen zu können, sollte man sich über jene Werbeartikel, die auf Messen an Standbesucher, also aktuelle und potenzielle Kunden, verteilt werden, genau Gedanken machen. Die Annahme "viel hilft viel" liegt beim Einsatz von Werbeartikeln zwar nahe – sie führt aber in die Irre. Experten raten dazu, bei Messe-Giveaways vor allem mit Klasse zu glänzen anstatt mit Masse – denn nur auf diese Weise lasse sich auch ein spürbarer Effekt erzielen, nämlich ein Erinnerungswert beim Empfänger des Präsents. Schließlich gibt es bei Messen an so ziemlich jedem Stand etwas geschenkt. Und wer die fünfte Stofftasche oder den zehnten Kugelschreiber angeboten kriegt, winkt irgendwann ab.

Das wissen auch die Werbeartikel-Hersteller, die neben den Standard-Giveaways zunehmend ausgefallenere Accessoires im Angebot haben. Vom USB-Sticks in individualisierbaren Formen über Dokumentenmappen, USB-Lampen und saisonabhängig auch Grillbestecken mit eingraviertem Firmenlogo ist alles dabei. "Der Trend geht ganz klar immer mehr in Richtung Elektronik", sagt Michael Gossling, Verkaufsleiter des Bottroper Werbemittelgroßhändlers Repac. In der Vergangenheit seien oft Feuerzeuge oder Flaschenöffner als Werbemittel benutzt worden – das sei aber durch Veränderungen in der öffentlichen Wahrnehmung mittlerweile verpönt.

Giveaways aus nachhaltigem Material im Trend

Wichtig bei der Auswahl: Statt willkürlich zu wirken, sollte das Werbegeschenk zum Unternehmen passen. "Hat ein Unternehmen zum Beispiel die Außenwirkung, preiswert zu sein, gibt aber teure Werbemittel an seine Kunden aus, dann passt das in der Außendarstellung nicht", sagt der Werbemittelexperte. Grundsätzlich müsse der Nutzen eines Giveaways immer im Vordergrund stehen – denn schließlich werde das jeweilige Unternehmen umso häufiger in Erinnerung gerufen, je öfter der Artikel auch tatsächlich genutzt wird.

Neben Elektroartikeln liegen auch Giveaways aus nachhaltigen Materialien vermehrt im Trend. Schließlich wollen sich Unternehmen ihren Kunden als umwelt- und verantwortungsbewusst präsentieren. Was am besten funktioniert und dafür sorgt, dass Messebesucher ein Unternehmen in guter Erinnerung behalten, ist aber immer eine Frage des Einzelfalls – und letztlich auch des Budgets. Zudem sollten Giveaways natürlich auch in ausreichender Stückzahl vorhanden sein, so dass sie für die gesamte Dauer der Messe reichen – und nicht die Besucher, die als letztes kommen, leer ausgehen.

Wie Werbeartikel steuerlich behandelt werden

Ein Giveaway ist in aller Regel umsonst – und demzufolge fallen Werbeartikel, die auf Messen an Geschäftskunden verteilt werden, unter die steuerrechtliche Definition eines betrieblich veranlassten Geschenks. Damit unterliegen sie zwei steuerlichen Beschränkungen: Zum einen darf der Wert von Giveaways die Summe von 35 Euro pro Jahr und Empfänger nicht übersteigen – sonst müsste dieser sie in seiner Steuererklärung angeben. Und zum anderen unterliegen Werbeartikel besonderen buchhalterischen Aufzeichnungspflichten: Sie müssen einzeln und getrennt auf einem eigenen Konto buchungstechnisch erfasst werden, wobei eine Vermischung mit anderen Betriebsausgaben vermieden werden muss. Wird diese Vorschrift nicht eingehalten, können die Werbeartikel nicht als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden.

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