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Online-Tools als lohnende Alternative Gewerbeversicherung 2.0: So finden Sie den richtigen Schutz

Bei der Kabelverlegung wird eine Wasserleitung beschädigt, während der Arbeit an der Fassade fällt der Farbeimer auf ein vor dem Haus geparkten Porsche Cayenne, durch einen Kurzschluss fängt das Holzlager Feuer: Immer wieder kommt es in Handwerksbetrieben zu Schäden – ein umfassender gewerblicher Versicherungsschutz ist daher unverzichtbar.

Die Suche nach dem passenden gewerblichen Versicherungsschutz ist jedoch oftmals mit hohem Aufwand verbunden. Bislang haben sich viele Betriebe dafür ausschließlich an ihren Versicherungsmakler gewandt. Sie haben aber auch die Möglichkeit, die Suche nach dem passenden Versicherungsschutz in die eigenen Hände zu nehmen – etwa mit Hilfe von Online-Vergleichsrechnern.

Grundsätzlich sollten Handwerksbetriebe bei ihren Gewerbeversicherungen darauf achten, dass ihr Schutz passgenau ist. Denn nicht nur die Absicherung der betrieblichen Tätigkeit, sondern auch die des Betriebsinventars ist essentiell. Fakt ist jedoch: Bis der passende Schutz für den Betrieb steht, vergehen oftmals mehrere Wochen und auch mit Hilfe eines Maklers ist es nicht immer möglich, die tatsächlichen Leistungen und Preise aller Versicherer übersichtlich zu vergleichen. Eine Alternative bieten Online-Vergleichsrechner. Damit lässt sich oft schon innerhalb kurzer Zeit die optimale Gewerbeversicherung finden und auch sofort online abschließen. Denn direkt nach dem Ausfüllen eines Online-Fragebogens zeigt der Vergleichsrechner alle Angebote, Kosten und Leistungen.

Diebstahl, Feuer, Sturm und Hagel: Welche Versicherungen benötigen Handwerksbetriebe?

Einige wichtige Fragen gilt es vor Abschluss des Versicherungsschutzes stets zu beachten: Wie groß ist der tatsächliche Versicherungsbedarf? In der Regel sind das zuerst die existenzsichernden Versicherungen, wie die Betriebshaftpflicht- und die Geschäftsinhaltsversicherung. Bei diesen Versicherungen handelt es sich um unverzichtbare Absicherungen für jeden Handwerksbetrieb. Der Grund: Sie decken Haftpflichtrisiken in Form von Personen- und Sachschäden an Dritten sowie Schäden am Betriebsinventar ab.

Denn: Wird einem Dritten im Zuge der betrieblichen Tätigkeit ein physischer oder sachlicher Schaden zugefügt, kann dies mitunter die Existenz des Betriebes gefährden. Eine Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt in solchen Fällen Schadensersatzforderungen Dritter und wehrt unberechtigte Anforderungen ab, notfalls sogar vor Gericht. Wird das Betriebsinventar, also Werkzeuge und Arbeitsmaschinen, aber auch Einrichtung, Räumlichkeiten usw. durch Diebstahl nach Einbruch, Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel beschädigt, sind Ersatz und Reparatur nicht nur schnellstmöglich erforderlich, sondern auch teuer. Eine Geschäftsinhaltsversicherung sichert Handwerksbetriebe in so einem Fall vor derartigen Unkosten.

Neben den grundlegenden Versicherungen können, je nach Bedarf, für viele Handwerksbetriebe auch andere Versicherungen sinnvoll sein. Ist ein Betrieb beispielsweise auf die Nutzung kostspieliger elektronischer Geräte angewiesen, lohnt sich eine zusätzliche Absicherung durch eine Elektronikversicherung. Gehen diese Geräte zu Bruch, erstattet diese Versicherung dem Betrieb Reparatur- und Wiederanschaffungskosten. Zusätzlich können sich Handwerksbetriebe auch gegen rechtliche Risiken absichern. Eine umfassende betriebliche Rechtsschutzversicherung springt dann etwa bei gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten oder Vermietern ein.

Versicherungsvergleich: Worauf Handwerker achten sollten

Bei der Wahl des optimalen Tarifes der jeweiligen Versicherungen spielen besonders vier Faktoren eine wichtige Rolle:

  1. Die Versicherungssumme: Diese beschreibt den maximalen Betrag, der pro Versicherungsfall gewährt werden kann. Bei der Betriebshaftpflichtversicherung für Handwerksbetriebe empfiehlt sich eine Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro, um eine Unterversicherung zu vermeiden. Oftmals wird sie in dieser Höhe sogar von Auftraggebern verlangt. Die maximale Deckungssumme für Inhaltsversicherungen hingegen lässt sich durch den gesamten Wert des Betriebsinhaltes und der Höhe eines potenziellen Schadens errechnen.
  2. Die Selbstbeteiligung: Dabei handelt es sich um den Betrag, der vom Versicherungsnehmer im Schadensfall selbst getragen werden muss. Generell gilt: Je höher die Selbstbeteiligung, desto niedriger die Versicherungsprämie.
  3. Individuelles Risikopotenzial: Stehen die benötigten Versicherungen fest, sollte sich jeder Handwerker genau überlegen, nach welchen Kriterien er seine Versicherung auswählen möchte. Dabei spielt vor allem das individuelle Risikopotenzial eine bedeutende Rolle. Wer keinen Selbstbehalt zahlen möchte, jedoch eine hohe Deckungssumme wünscht, muss demnach auch etwas mehr bezahlen. Ist die Höhe der Versicherungsprämie das primäre Auswahlkriterium, geht dies oftmals zu Lasten des Versicherungsumfangs der jeweiligen Police. In der Regel führen ein Vergleich und bei Bedarf ergänzend eine fachliche Beratung, z.B. telefonisch, zum individuellen Preis-Leistungssieger.
  4. Vergleichen von kostengleichen Versicherungen: Die Gegenüberstellung des Leistungsumfangs von kostengleichen Versicherungen ist ebenfalls wichtig. Denn oftmals unterscheidet sich der Leistungsumfang der einzelnen Versicherungen inhaltlich maßgeblich. So kann es vorkommen, dass trotz gleicher Versicherungsprämie und gleicher Selbstbeteiligung ein Versicherer Schäden von bis zu zehn Millionen Euro abdeckt, während die Deckungssumme eines anderen Versicherers bei nur drei Millionen Euro liegt.

Ein Vergleich aller Versicherer und Tarife ist also nicht nur notwendig, um den für den Handwerksbetrieb optimalen Versicherungsschutz zu finden, sondern auch um das beste Preis-Leistungsverhältnis ausfindig zu machen. Für den Vergleich können Online-Vergleichsrechner eine gute Alternative sein: So ist auf den ersten Blick ersichtlich, welcher Tarif das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Dominic Wostrack

Dominic Wostrack ist Gründer und Geschäftsführer von Gewerbeversicherung24. Der studierte Volkswirt war davor fünf Jahre bei der Allianz Versicherungs-AG, wo er unter anderem mit Projekten rund um Maklervertrieb und Produktentwicklung beschäftigt war.

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