Ausbildung -

Arbeitsschutz Gesund und sicher durch die Ausbildung

Wann es im Betrieb gefährlich wird, können Auszubildende oft nicht einschätzen. Doch mit Arbeitsschutzmaßnahmen können Betriebe das Unfallrisiko der Azubis deutlich senken. Davon profitieren auch die Betriebe.

In Europa liegt die Wahrscheinlichkeit, dass 18- bis 24-Jährige am Arbeitsplatz einen Unfall haben, um 50 Prozent über der von anderen Altersgruppen. Ein guter Grund für Betriebe, sich um die Sicherheit und Gesundheit ihrer Azubis zu kümmern, sagt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz- und Arbeitsmedizin (BAuA). Teuer müssten die Maßnahmen aber nicht sein.

Grund für das höhere Unfallrisiko seien mangelnde Erfahrung sowie die fehlende Sensibilität für Probleme der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes, so das Institut. Deshalb sieht die BAuA die Ausbilder in der Pflicht: "Ein Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem gehört zu jedem Arbeitsplatz". Denn der Arbeitgeber sei gesetzlich verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen und geeignete Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Prävention zahlt sich für Betriebe aus

Ein gutes Beispiel für effektiven und kostengünstigen Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist für die BAuA ein Programm des Energieversorgers RWE. Hier vermittelten Auszubildende des zweiten Lehrjahrs ihren jüngeren Kollegen wichtige sicherheitsrelevante Hinweise zu den Arbeitsabläufen. "Seit Einführung des Programms sind die Unfallzahlen bei RWE um 40 Prozent gesunken. Die unfallbedingten Fehlzeiten nahmen sogar um 88 Prozent ab", sagt die BAuA. Das Beispiel zeigt, dass sichere Arbeitssituationen nicht nur den Auszubildenden zu Gute kommen, für Betriebe stellen sie einen echten Kostenvorteil dar.

Tipps für Azubis

Doch nicht nur Unternehmen können etwas für die Sicherheit ihrer Auszubildenden tun. Auch die jungen Berufstätigen sind gefordert. Ihr Gesundheitsrisiko können sie verringern, wenn sie folgende Tipps der BAuA beachten:

  • Verwendung geeigneter Schutzmittel und Tragen geeigneter Schutzkleidung
  • Klärung, was im Notfall zu tun ist
  • Meldung aller Unfälle
  • Früh auf Anzeichen von Problemen achten
  • Ratschläge und Anweisungen beachten
  • Ratschläge und Anweisungen befolgen
  • Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber in Arbeitsschutzbelangen und Einhaltung der Schutzvorschriften zur eigenen Sicherheit und zu der von Kollegen

Mobbing trifft häufig Berufsanfänger

Azubis sind zudem auch besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt. Laut BAuA sind Berufsanfänger am stärksten von Mobbing bedroht. Das Risiko der unter 25-Jährigen liege bei 3,7 Prozent und damit noch über dem der über 55-jährigen Arbeitnehmer, die zu 2,9 Prozent mobbinggefährdet seien. Eine systematische Präventionsarbeit ist deshalb sinnvoll. Die Bundesanstalt schätzt, dass in mehr als 50 Prozent der Fälle Mobbing von Führungskräften ausgehe oder zumindest unter ihrer Mitwirkung stattfinde. Deshalb sollten Führungskräfte in die Präventionsarbeit gegen Mobbing eingebunden werden.

Hautkrankheiten häufigste Berufskrankheit

Bei den Berufskrankheiten liegen Hautkrankheiten bei Berufstätigen bis 25 Jahre eindeutig vorne. "Mit 2.400 Erkrankungen pro Jahr machen Hautkrankheiten 90 Prozent der Erkrankungen in dieser Altersgruppe aus", sagt die BAuA.

Handekzeme und Entzündungen der Haut entstehen durch häufigen Kontakt zu Wasser und Reinigungsmitteln. Damit Ekzeme nicht chronisch werden, empfiehlt die BAuA Azubis, bei ersten Anzeichen wie Rötungen und Juckreiz einen Arzt aufzusuchen. Außerdem sollten sie sich mit dem Hautschutzplan des Unternehmens vertraut machen. Dieser Plan gibt vor, welche Hautmittel für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege für den jeweiligen Arbeitsplatz notwendig sind. Die Hautmittel stelle der Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung, so die BAuA. dhz

Informationen zur Unfallvermeidung am Arbeitsplatz finden sie hier

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