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Steuer aktuell Geschäftsreisen und Finanzamt: Bundesfinanzhof bestätigt DHZ

Der Bundesfinanzhof hat seinen Beschluss zur steuerlichen Absetzbarkeit von teils betrieblichen, teils privaten Reisekosten veröffentlicht. Wie von der DHZ schon mehrfach angeraten, sind die Reisekosten teilweise als Betriebsausgaben abziehbar.

Bisher zeigten sich die Finanzämter kompromisslos, wenn sie auf Geschäftsreisen eines Selbstständigen stießen, die teils private, teils betriebliche Gründe hatten. Der Betriebsausgabenabzug für solche gemischten Aufwendungen wurde häufig nach § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG in voller Höhe gestrichen.

Doch die Richter des Bundesfinanzhofs zeigten sich großzügiger und bestätigten damit die Auffassung der DHZ . Die angefallenen Kosten sind in einen abziehbaren und nichtabziehbaren Anteil aufzuteilen (Pressemitteilung Nr. 1/10 v. 13. Januar 2010 zum Beschluss des Großen Senats 1/06 v. 21. September 2009). Die Aufteilung erfolgt in den folgenden drei Schritten:

  • Schritt 1 – voll abziehbare Ausgaben: Ermittlung der ausschließlich betrieblichen Ausgaben (Seminargebühren, Ausgaben für Treffen mit Geschäftspartnern, etc.).
  • Schritt 2 – nicht abziehbare Ausgaben: Alle rein privaten Ausgaben sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar (Pauschale für Sightseeing, etc.).
  • Schritt 3 – allgemeine Kosten aufteilen: Die An- und Abreisekosten sowie die Übernachtungskosten sind nach Zeitanteilen aufzuteilen. Hängt ein Unternehmer an seine betriebliche Geschäftsreise einige Tage Urlaub an und betrug der betriebliche Anteil der Reise dadurch 70 Prozent und der private Anteil 30 Prozent, so dürfen 70 Prozent dieser allgemeinen Ausgaben den Gewinn mindernden Betriebsausgaben zugeschlagen werden.

Tipp: Um das Finanzamt vom betrieblichen Umfang überzeugen zu können, sollte für jeden Tag der Geschäftsreise aufgezeichnet werden, welche Tätigkeiten an dem jeweiligen Tag verrichtet wurden.

dhz

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