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Mit der Handschrift des Handwerks "geplant + ausgeführt": Jetzt für Architekturpreis bewerben

Der Architekturpreis "geplant + ausgeführt" würdigt Baukunst, die erst ein harmonisches Zusammenwirken von Architekt und Handwerksmeister voraussetzt. Bis 14. Januar 2016 können Objekte für den Preis eingereicht werden.

Erstmals steht für die Hauptpreise, die Ende Februar auf der Internationalen Handwerksmesse in München vergeben werden, ein Preisgeld von insgesamt 9.000 Euro zur Verfügung. Außerdem können die Leser der Deutschen Handwerks Zeitung bei einem Online-Voting ihr Lieblingsobjekt wählen, das mit dem DHZ-Publikumspreis ausgezeichnet wird.

Im diesjährigen Wettbewerb hat das Wohnhaus D "Holz+Stein am steilen Hang" in Neumarkt in der Oberpfalz mit seiner gelungenen Verknüpfung zweier traditioneller Baustoffe den DHZ-Publikumspreis gewonnen.

In einer extrem steilen Hanglage haben die Architekten Gudrun und Johannes Berschneider der exponierten Geografie wie den Wünschen der Bauherren ein Wohnhaus förmlich auf den Leib geschneidert, das bis ins kleinste Detail durchdacht wirkt:

  • der zentrale Lichthof, der dank des verschiebbaren Glasdachs sowohl Innen- wie Außenraum sein kann;
  • die Glasfassade, die vom Wohnbereich eine grandiose Aussicht auf die Stadt und die dahinter liegende Hügellandschaft freigibt, aber durch die vorgelagerten Holzlamellen aus Lärche dem Haus seine Kontur bewahrt;
  • die Sichtachsen, die die Innenräume auch kommunikativ miteinander verbinden;
  • die maßgefertigten Einbaumöbel, die das Eichenholz der Böden aufnehmen.
"geplant + ausgeführt"-Gewinner 2015: Wohnhaus in Neumarkt in der Oberpfalz

Architekturbüro Berschneider + Berschneider: Hohe Anforderungen ans Handwerk

"Wir versuchen, bei der Planung an jede Kleinigkeit zu denken und schon den Grundriss des Gebäudes bis ins Detail an den Lebensgewohnheiten der künftigen Bewohner auszurichten", beschreibt Johannes Berschneider die Herangehensweise seines Büros. Dabei profitieren die Berschneiders davon, dass sie sowohl Architektur als auch Innenarchitektur studiert haben.

Dieses Know-how lässt Bauherren jubeln, kann Handwerker aber zum Verzweifeln bringen. Denn die Qualitätsansprüche sind hoch. Deshalb vertraut Berschneider bei jedem Gewerk nur auf Handwerksbetriebe mit entsprechenden Referenzen, wie zum Beispiel die Steinwerkstatt aus Weiler im Allgäu, die das Untergeschoss mit Natursteinen verblendet hat.

Die Holz- und Glasarbeiten im Wohnhaus D tragen die Handschrift der Schreinerei Karl Streb aus Berching im Altmühltal, mit der Berschneider schon seit Jahren zusammenarbeitet. Gemeinsam haben sie die rahmenlosen Fenster ent­wickelt, die auch das von den DHZ-Leserinnen und -Lesern gewählte Haus zur Natur hin öffnen und mit reichlich Tageslicht versorgen. Die großzügig dimensionierten Holzlamellen vor der Glasfassade sichern den Bewohnern dennoch Geborgenheit.

Reduzierte Formensprache, indirekte Lichtführung

Dass das dreigeschossige Haus trotz seiner schieren Größe mit rund 375 Quadratmetern Wohnfläche im Innern Behaglichkeit ausströmt, mag viele Gründe haben: eine kluge Planung, die an den Geschosshöhen orientierte Terrassierung des Geländes, die bedachte Auswahl der Materialien, die indirekte Lichtführung, die reduzierte Formensprache. Aber erst die Perfektion handwerklicher Arbeit setzt Gebäudehülle und Innenräume so in Szene, dass "geplant" und "ausgeführt" ganz im Sinne des Wettbewerbs zu einem gemütlichen Heim verschmelzen.

Bewerbung für "geplant+ausgeführt 2016"

Handwerksbetriebe können sich gemeinsam mit Architekten oder Innenarchitekten bis zum 14. Januar 2016 unter www.geplant-ausgefuehrt.de bewerben. Informationen zu den Teilnahmebedingungen erhalten Sie auch bei Inez Rattan, Tel. 089/76773828.

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