70 Jahre Deutsche Handwerks Zeitung -

Zeitungsmacher im Wandel der Zeit Geistesblitze im Zigarettennebel

Der Entstehungsprozess der Deutschen Handwerks Zeitung unterlag einem steten Wandel. Geblieben ist der Anspruch, Handwerker mit nutzwertigen Informationen zu versorgen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets 70 Jahre Deutsche Handwerks Zeitung

Wenn Zeitungsmacher einmal in Nostalgie verfallen, dann riechen sie ihn noch, den Geruch von Zigarettenrauch. Früher waberte dieser Qualm auch durch die Redaktionsstuben der Deutschen Handwerks Zeitung in Bad Wörishofen. Doch nicht nur der Nebel der Raucher ist schon vor langer Zeit verflogen. Der gesamte Entstehungsprozess der Zeitung hat sich im Laufe der Jahre grundlegend verändert.

Mit Papier beschäftigen sich die Redakteure heute nur noch sehr selten. Ihre Texte hämmern sie über eine Tastatur in den Computer, Manuskripte freier Autoren flattern nicht mehr als Brief ins Büro, sondern landen im Posteingang des E-Mail-Programms. Die Inhalte der Regionalseiten senden die Handwerkskammern via FTP, ein Dateiübertragungsprotokoll auf Basis des Internets.

In den 1980er-Jahren war das alles ganz anders. Damals hörte man in den Fluren des Verlags noch das Rattern der Schreibmaschinen, auf denen die Redakteure ihre Texte zu Papier brachten. Heute kommen die Buchstaben erst mit Papier in Berührung, wenn im Druckhaus die fertige Zeitung von den Rotationsmaschinen läuft.

Vom Klebeumbruch zum Desktop Publishing

Andruck 1984

Deutlich stärker gewandelt hat sich die Gestaltung des Layouts der Deutschen Handwerks Zeitung, der sogenannte Umbruch. Ältere Kollegen können sich noch an den Klebeumbruch erinnern, als Lineal, Schere und Kleber noch wichtige Werkzeuge waren und der Fotosatz als Stand der Technik galt. Gemeinsam stellten Metteure und Redakteure die Zeitungsseiten an Leuchttischen mit gewachstem Papier zur Druckvorbereitung zusammen.

Heute werden die Seiten von Mediengestaltern im Desktop-Publishing-Verfahren mit Maus und Tastatur am Bildschirm umbrochen, anschließend kürzen Redakteure den Übersatz der Texte ein, passen Überschriften an und können Bildausschnitte verändern. Bis zur fertigen Druckvorlage läuft alles digital.

Trotz des technischen Fortschritts bleibt die Zeitungsproduktion aber ein Termingeschäft. Je näher der Redaktionsschluss rückt, desto größer die Konzentration. Jede Abweichung vom gewohnten Ablauf kann jetzt schnell zu Hektik und in deren Folge zu Fehlern führen.

Sonderausgabe zur Internationalen Handwerksmesse

Redaktionsleiter

Umso erstaunlicher war die Leistung der Zeitungsmacher in den 1980er-Jahren, wenn zur Internationalen Handwerksmesse in München die Ehrengäste schon unmittelbar nach der Eröffnung eine Sonderausgabe mit einer Titelseite in den Händen hielten, die ein aktuelles Foto von der Messe zeigte. Der logistische Ablauf für diese aufwändige Aktion war minutiös geplant, aber mit dem Ergebnis konnte die Deutsche Handwerks Zeitung bis hin zum bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß Eindruck erwecken und ihren Ruf als führende wirtschaftspolitische Zeitung im Bereich Handwerk begründen.

Mit bis zu 56 Seiten Umfang waren diese Messeausgaben, die von jungen Frauen in werbeträchtigen Overalls an die Besucher verteilt wurden, Ausdruck der Schlagkraft des Teams hinter der Deutschen Handwerks Zeitung. Damit konnte der Holzmann Verlag (heute Holzmann Medien), in dessen Haus die Zeitung seit ihrer Gründung erscheint, unmittelbar nach dem Mauerfall auch viele Handwerkskammern in Ostdeutschland für sich gewinnen.

Umfänge von mehr als 50 Seiten gehören inzwischen genauso der Vergangenheit an wie der Zigarettenqualm in den Büros. Das Angebot der Zeitung ist heute trotzdem viel umfangreicher. So informiert die Zeitung ihre Leser weiterhin alle zwei Wochen in gedruckter Form. Darüber hinaus liefert sie aber über Webseite und Newsletter täglich Wissenswertes für Betriebsinhaber, Meister, Gesellen und Lehrlinge im Handwerk. Und alles so aufbereitet, dass die Informationen jederzeit auch mobil abrufbar sind.

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