Meisterstücke -

Streichinstrumentenbauer glänzt beim Kundenservice Geigenkauf mit Bergausflug

Die Hälfte seiner Produkte geht inzwischen in den Export. Es kommen Privatkunden zum Beispiel aus Österreich, der Schweiz, Belgien und Norwegen. Jedes Jahr findet auch ein knappes Dutzend Kunden aus Japan den Weg nach Mittenwald. Dorthin, nach Korea, China und in die USA verkauft er seine Instrumente an den Handel.

Weltreisender lässt sein ­Leonhardt-Cello sprechen

Franz Zutterer im Holzlager
© DHZ/Frank Muck

Seit Leonhardt das Geschäft fit gemacht hat für das Computerzeitalter, wird auch der Verkauf übers Netz angekurbelt. Seit 15 Jahren gibt es die eigene Webseite. Zirka 2.000 Freunde – hauptsächlich Musiker und Geigenbauer – posten bei seinem Facebook-Auftritt.

Die Musiker selbst sorgen auf ungewöhnliche Weise für mehr Bekanntheit des Namens Leonhardt. Ein weltreisender Cellist hat sein Instrument ein Reisetagebuch führen lassen und aus Sicht des Cellos seine Erlebnisse erzählt.

Ein Ebay-Shop kurbelt den Umsatz beim Zubehörgeschäft an. Dort verkauft Leonhardt unter anderem Tonholz, das er nicht verwerten kann. Denn davon hat er reichlich. In einem eigens angelegten Holzlager unterm Dachboden stapeln sich Ahorn- und Fichtenhölzer, die dort ungestört reifen können und die neben der Verarbeitung und dem speziellen Lack dem Instrument seinen besonderen Klang verleihen.

50 bis 70 Instrumente werden jährlich gefertigt

Geigen
© DHZ/Frank Muck

Aus diesem Holz fertigen Leonhardt und seine vier Mitarbeiter – zwei Meister und zwei Gesellen – 50 bis 70 Instrumente pro Jahr. Neben der sehr umfang­reichen Kundenbetreuung. Dieses zusätzliche Engagement habe durchaus seinen Preis, sagt der vierfache Vater. Freie Wochenenden gibt es bei Rainer W. Leonhardt eher nicht. Schließlich würden 80 Prozent der Vor-Ort-Geschäfte an Samstagen abgeschlossen.

Doch Meister Leonhardt hat zum Ausgleich ein meisterliches Hobby: den FC Bayern. Der große Fußballfan ist Vereinsmitglied und Fanbegleiter. Bei Auswärtsspielen, wie gerade erst beim Champions-League-Spiel in London, sorgt er dafür, dass die Fans zum Beispiel ihren Flieger nicht verpassen. Die Teilnahme im internationalen Wettbewerb beschert ihm regelmäßig Auswärtsspiele in Europa. So gehen nicht nur die Instrumente auf Reisen, sondern manchmal auch ihr Baumeister.

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