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Umweltschutz in der Holzwirtschaft Nachhaltiger Möbelbau: Wie und wem Zertifikate nützen

Kennen Sie Lohas? Das sind Personen, die besonders auf Nachhaltigkeit achten. Viele davon sind Handwerkskunden und so wird der umweltschonende Umgang mit Holz immer wichtiger – vom Wald bis zum fertigen Bauwerk oder Möbelstück. Lohas verlangen meist einen Nachweis darüber. Zertifikate und Labels sind gefragt und werden kritisch hinterfragt.

Die deutschen Verbraucher werden immer kritischer. Durch Lebensmittelskandale, den Klimawandel und damit zusammenhängende Naturkatastrophen, durch das Artensterben und die vielerorts bedrohte Natur- und Umwelt fangen immer mehr Menschen an zu hinterfragen, wie wir leben, arbeiten und vor allem konsumieren. Wissenschaftler haben für diese kritischen Konsumenten eine eigene Bezeichnung gefunden: Lohas (nach englisch Lifestyles of Health and Sustainability).

Die Lohas legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und achten darauf möglichst nach diesem Kriterium einzukaufen. "Die Lohas sind eine wachsende Zielgruppe für viele Unternehmen, denn sie sind bereit für passende Produkte mehr Geld auszugeben", sagt Gabriele Bruckner von der Initiative "Holz von Hier". Aber sie seien auch anspruchsvoll und wollen Nachweise über das, was Hersteller versprechen. "Das Stichwort lautet Authentizität", fügt die Holzexpertin an, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Philipp Strohmeier mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt das Label "Holz von hier" ins Leben gerufen.

Kurze Wege sind Klimaschutz

Holzstapel
© Foto: hasepupase/Fotolia

In Oberfranken gestartet, arbeitet die Initiative seit Anfang 2012 bundesweit mit vielen Unternehmen der Holzbranche zusammen – über 90 Prozent der Mitglieder sind Handwerksbetriebe. Zimmerer, Tischler, Schreiner und viele andere Unternehmen haben sich dem Netzwerk angeschlossen und können ihren Kunden damit für ihre Produkte und Bauwerke zeigen, dass das verarbeitete Holz kurze Wege hinter sich hat und deshalb umwelt- und klimafreundlich ist.

"Es ist doch Wahnsinn, dass Holz über den ganzen Erdball transportiert wird und dann immer noch günstiger ist als das heimische", fasst Tischlermeister Andreas Gieß aus Wiesbaden zusammen, warum er sich der Initiative angeschlossen hat. Diejenigen, die sich darüber keine Gedanken machen, würden komplett vergessen, dass bei den Dumpingpreisen der großen "Billig-Möbelmärkte" die Kosten für Natur, Umwelt und die Ausbeutung der Menschen, die für Niedriglöhne arbeiten müssen, ignoriert werden.

Die Kunden von Andreas Gieß nehmen es daher positiv auf, dass er ihnen zwar etwas teureres, aber dafür robustes Holz und Holzmöbel aus der Region anbietet. "Wenn man die Leute richtig informiert, dann freuen sie sich über solche Angebote", sagt der Tischlermeister. Für die Mitgliedschaft bei "Holz von Hier", deren Kosten sich je nach Größe des Betriebs richten, bezahlt er "nicht mehr als für eine Zeitungsanzeige" – benennt es Gabriele Bruckner als Durchschnittspreis. Dafür kann Andreas Gieß auf Briefköpfen, Visitenkarte und seiner Homepage damit werben. Zusätzlich hat er ein eigenes Profil auf der Website der Initiative.

Ab dem Wald alles dikumentiert

Rund 60 Firmen sind mittlerweile als Zertifikatnehmer Mitglied. Mit einer entsprechenden Urkunde werden dabei allerdings nicht die Betriebe, sondern die einzelnen Produkte ausgezeichnet. Jeder Tisch, Schrank oder Dachstuhl wird einzeln zertifiziert und bekommt einen Nachweis über seine Regionalität. "Regional" meint hierbei, dass alle Transportentfernungen seit dem Zeitpunkt des Fällens im Wald zurückverfolgbar sind. Jegliche Angaben dazu werden elektronisch erfasst.

Seite 2: Wie Zertifikate bei öffentlichen Ausschreibungen helfen. >>>

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