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Arbeitnehmer auf Facebook "Gefällt mir" könnte dem Chef nicht gefallen

Immer mehr Nutzer sehen in sozialen Netzwerken wie Facebook so etwas wie ein Tagebuch, wo sie ihren Gedanken freien Lauf lassen können. Wer sich jedoch an Lästereien über seinen Arbeitgeber beteiligt, dem droht im schlimmsten Fall der Jobverlust.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke
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Wer gerne lästert, sollte darauf achten, dass sein Chef nicht in der Nähe ist. -

Wer bei Facebook unterwegs ist und dort Nachrichten veröffentlicht, ist sich häufig gar nicht bewusst, welche Tragweite unüberlegte Formulierungen haben können. So kann bereits der schnelle Klick auf den "Gefällt mir"-Button den Job gefährden, wenn damit eine Beleidigung des Chefs unterstützt wird.

Darauf haben Fachanwälte am Dienstag bei einer Veranstaltung des Essener Unternehmerverbandes hingewiesen. Der Frustabbau über den Arbeitsplatz im Kreise von Facebook-Freunden habe bereits in vielen Fällen zur Kündigung geführt. In einigen Fällen hatten Beschäftigte ihre Arbeitgeber zum Beispiel als "Menschenschinder" und "Ausbeuter" bezeichnet und mussten dafür gehen. Frust und schlechte Stimmung aus dem Arbeitsalltag hätten auch auf vermeintlich privaten Facebook-Profilen nichts zu suchen.

Drastische Äußerungen bei Facebook

Bundesweit für Aufregung hatte im Februar ein Düsseldorfer Fall gesorgt: Zehn Feuerwehrmänner waren erst suspendiert und dann abgemahnt worden, weil sie bei Facebook schrieben, der Oberbürgermeister wisse ihre unbezahlten Überstunden nur dann zu schätzen, wenn sein eigenes Büro brenne. Doch es geht auch drastischer: "Bin 32 Jahre hier dabei und so ein faules Schwein, der noch nie gearbeitet hat in seinem scheiß Leben, gibt mir zwei Abmahnungen" - so äußerte sich ein Arbeitnehmer online über seinen Vorgesetzten. Auch dies ist ein eindeutiger Kündigungsgrund. Nicht nur, weil sich unter den 70 Freunden des Autors 36 Arbeitskollegen befanden.

Die Konsequenzen der Facebook-Einträge sind vielen gar nicht klar. "Viele sehen keinen Unterschied zwischen der gemütlichen Runde mit Freunden und dem sozialen Netzwerk", so Rechtsanwalt Volker Schwering. Dabei kann eine Nachricht auf Facebook innerhalb kürzester Zeit hundert andere Nutzer und Kollegen erreichen, mit Hilfe der Funktionen "Teilen" und "Gefällt mir". So verliert der Nutzer vollständig die Kontrolle über den Adressatenkreis.

Ein Fall geht nächstes Jahr vor das Bundesarbeitsgericht. Ein Arbeitnehmer hatte in einem Interview über seine Firma gesagt: "Das Problem ist, dass hier keine Fachkräfte arbeiten." Dieses Video hatte er bei Facebook und YouTube hochgeladen und seinen Freunden geschickt - der Arbeitgeber kündigte ihm wegen Geschäftsschädigung. sg/dpa

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