Gesundheit -

Warnung der Berufsgenossenschaft Holz und Metall Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen: Privatanbieter machen Druck

Das Arbeitsschutzgesetz verlangt von jedem Arbeitgeber, dass er auch psychische Belastungen in seine Gefährdungsbeurteilungen mit aufnimmt. Privatanbieter setzen Betriebe unter Druck, um ihre Angebote zu vermarkten, warnt die Berufsgenossenschaft Holz und Metall.

Immer mehr Institute, Agenturen oder Berater nutzen das Argument der gesetzlichen Pflicht zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, um Betriebe unter Druck zu setzen und aus ihren angebotenen Dienstleistungen privatwirtschaftliche Vorteile zu ziehen. Davor warnt die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

"Darauf sollte man sich nicht einlassen“, urteilt die Diplom-Psychologin Sonja Berger aus dem Bereich Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau). Es gebe zwar die Pflicht der Betriebe, eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung durchzuführen, diese zu dokumentieren und einen nachvollziehbaren Prozess zu implementieren, "aber die Androhung von Bußgeldern oder Regress von Dienstleistern und Beratern basiert nur auf deren finanziellen Interessen. Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sowie alle Beteiligten des Arbeitsprogramms GDA Psyche distanzieren sich von den Angeboten der selbsternannten Experten“, sagt Berger.

Mit physisch und psychisch gesunden Mitarbeitern erfolgreich

Motivation für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung sollten weder Angst noch Druck sein, sondern die Einsicht der Unternehmer sowie der Führungskräfte, dass nur physisch und psychisch gesunde Beschäftigte zum Erfolg des Unternehmens beitragen können.

Persönliche Beratung und Unterstützung durch vielfältige Medien bekommen die versicherten Betriebe und Einrichtungen von den zuständigen Unfallversicherungsträgern sowie den Gewerbeaufsichten.

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) arbeitet derzeit an drei Arbeitsprogramm, darunter "Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingten psychischen Belastungen“– kurz "Arbeitsprogramm Psyche“ . Ziel ist es, bis zum Jahr 2018 die betrieblichen Akteure umfassend zum Thema psychische Belastungen bei der Arbeit zu informieren und zu qualifizieren. bst

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