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Raumausstatter: Ausbildungsbereitschaft hat stark nachgelassen Gedämpftes Wachstum

Obwohl die Zahl der in die Handwerksrollen eingetragenen Raumausstatter-Betriebe in Deutschland inzwischen auf 16.000 angestiegen ist, hält nach Aussage des Zentralverbands Raum und Ausstattung (ZVR) die Ausbildungsmüdigkeit in der Branche an.

Nach einer Meldung des ZVR erreichte die Ausbildungsstatistik mit 2.880 Auszubildenden im vergangenen Jahr einen historischen Tiefpunkt. Das sei ein Rückgang um 35 Prozent seit dem Jahr 2000. Auch die Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 – mehr Wettbewerb durch den Wegfall der Meisterpflicht und die geringere Ausbildungsbereitschaft der neuen Betriebe – habe sehr großen negativen Einfluss auf diese Entwicklung gehabt.


Dennoch befinde sich das Raumausstatter-Handwerk im konjunkturellen Aufwind. Dies belege die jüngste ZVR-Konjunkturumfrage vom Frühjahr 2007. Demnach gibt es mehr Betriebe in den Umsatzgrößenklassen mit höheren Umsätzen. Nach wie vor liege die Mehrheit der Betriebe (34 Prozent) in der Umsatzgrößenklasse zwischen 200.000 und 500.000 Euro Jahresumsatz. Dagegen hat die Zahl der Betriebe mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Million Euro um 2,5 Prozent zugenommen und überstieg erstmals die Grenze von zehn Prozent. Gleichzeitig legten die Betriebsgrößen zu. Jeder fünfte Betrieb beschäftigt mehr als acht Mitarbeiter. Das sind 3,5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.


„Die Mehrwertsteuererhöhung zum Jahresbeginn scheint keine großen Spuren im Raumausstatter-Handwerk hinterlassen zu haben“, konstatiert ZVR-Geschäftsführer Ulrich Marx. 35,5 Prozent der befragten Unternehmer gaben an, dass der bisherige Verlauf des Geschäftsjahres 2007 besser war als im gleiche nVorjahreszeitraum. Während nur jeder fünfte Betrieb schlechtere Umsätze vermerkte, gaben die übrigen einen kontinuierlichen Geschäftsverlauf an. Bei den Umsatzprognosen für das laufende Geschäftsjahr sind die Erwartungen gedämpfter als im Herbst des Vorjahres. Zwar rechnen immer noch knapp 87 Prozent aller Raumausstatter mit gleich bleibenden oder steigenden Umsätzen. Letztere werden aber von acht Prozent weniger erwartet als noch im Herbst. „Wir sehen deutliche Ansätze für eine Konjunkturbelebung, aber der prognostizierte wirtschaftliche Aufschwung ist im Raumausstatter-Handwerk noch nicht wirklich angekommen“, kommentiert Marx die aktuelle Situation.


Stärkster Markt der Raumausstatter ist nach wie vor der Bereich Gardine/Dekoration mit 27,3 Prozent Anteil am Gesamtumsatz. Die Bereiche Möbelstoffe/Polstern und Bodenbeläge liegen mit jeweils knapp 24 Prozent gleichauf. Weiterhin positiv entwickelt sich der Umsatz beim Sonnenschutz (15 Prozent). Mit 4,5 Prozent bleibt der Bereich Wand- und Deckenbekleidung nach wie vor Schlusslicht, legt aber gegenüber dem Vorjahr leicht zu. dhz



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