Unternehmensführung -

Checkliste Unternehmensgründung Fünf Tipps wie Betriebe ihr Team richtig aufstellen

Stellen ausschreiben, Bewerbungsgespräche führen und Mitarbeiter langfristig halten. Bei einer Unternehmensgründung gibt es einiges zu beachten. Fünf Tipps, um das Team richtig aufzustellen.

Die Entscheidung, ein Unternehmen erfolgreich zu gründen, wird in vielen kleinen Schritten gemeistert. Hierbei sind vor allem die Auswahl der richtigen Mitarbeiter und die damit verbundenen Prozesse für viele Gründer unentdecktes Neuland, das es zu erkunden gilt. Amin Guellil, der mit der Personal-Agentur "ucm.agency" sein eigenes Unternehmen gegründet hat, weiß, welche Stolperfallen beim Recruiting lauern und mit welchen Mitteln Mitarbeiter gewonnen und zufriedengestellt werden können.

1. Professionelle Mitarbeitersuche mit definierten Aufgabenbeschreibungen

Handwerker, die einen Betrieb gründen wollen vertrauen oft zunächst auf Empfehlungen, Familienmitglieder, Freunde oder dem engeren Bekanntenkreis, da oftmals noch keine ausreichenden finanziellen Mittel vorhanden sind, um ein professionelles Recruiting durchzuführen. Die Folge: die Vorstellungen passen nicht zueinander und im schlimmsten Fall wird sich nach kurzer Zeit schon wieder im Streit getrennt.

Umso wichtiger ist es, Zeit in Stellen- und Anforderungsprofile zu investieren, um passende Mitarbeiter zu finden. Die Stellenbeschreibung gehört auf die eigene Webseite sowie, falls vorhanden, auf Social Media Kanäle, wie zum Beispiel Xing, LinkedIn, Twitter oder Facebook. Hier ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Außendarstellung auch mit dem internen Handeln zusammenpasst, damit beide Seiten keine bösen Überraschungen erleben.

Amin Guellil: "Für mich spielt vor allem das Bauchgefühl eine wichtige Rolle, egal ob ich einen Dienstleister oder eine Bürokraft anstelle. Natürlich sind auch der Lebenslauf, Zeugnisse oder der akademische Grad relevant, aber der Kandidat muss an erster Stelle mit seiner Persönlichkeit und Einstellung zu uns passen."

2. Attraktivität des Betriebes steigern

Noch nie waren die Ansprüche von Berufseinsteigern so hoch, wie heute. Sie möchten nicht nur einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen, geleitet, motiviert und gefordert werden, sondern vor allem auch Spaß an der Arbeit haben. Karriere ja, um jeden Preis nein.

Auch hierbei spielen vor allem die eigenen Social Media Kanäle und Inhalte (Owned Media) eine strategisch wichtige und entscheidende Rolle, wobei die Reaktionen darauf mittlerweile noch bedeutender geworden sind. Gelingt es einem Betrieb hierbei, sich als attraktive Arbeitgebermarke zu präsentieren und als solche verstanden zu werden, steigt nicht nur die Anziehungskraft auf Bewerber, sondern auch die Qualität und Marktposition.

3. Extraleistungen für das Mehr an Mitarbeiterzufriedenheit

"Es ist wichtig, sich bereits vor der Anstellung der Mitarbeiter im Klaren darüber zu sein, welche Leistungsanerkennung den Mitarbeitern geboten werden soll, um sie langfristig an den Betrieb zu binden", so Amin Guellil. Flexible Arbeitszeiten werden heutzutage von vielen Bewerbern vorausgesetzt und sollten daher unbedingt auch in die Checkliste des Arbeitgebers aufgenommen werden. Zudem signalisiert solch eine freie Arbeitsform den Mitarbeitern gleichzeitig Vertrauen seitens des Betriebs.

Dass viele dieser Themen gerade für junge Firmen nicht sofort umsetzbar sind, ist klar. Dennoch sollten schon früh Strukturen und Routinen geschaffen werden.

Zusätzliche Benefits wie Restaurant-Gutscheine, Gesundheitsvorsorgeleistungen, Zuzahlung bei Mitgliedschaften im Fitnessstudio oder bei Sportvereinen und Hardware, die den Mitarbeitern auch zur privaten Nutzung überlassen wird, steigern die Mitarbeiterzufriedenheit. Bietet der Arbeitgeber dann noch die Möglichkeit der Weiterbildung, ist die Kür erfolgreich gemeistert.

4. Expertenwissen nutzen

Gerade am Anfang sollten Gründer lieber nicht alleine am Ende des Seils ziehen, während auf der anderen Seite die Behörden und Ämter, Konkurrenten und Nachahmer am Markt stehen. Dies bedeutet aber nicht, dass alle Abteilungen sofort mit Mitarbeitern ausgefüllt werden müssen. Externe Berater sind hier das Stichwort, die sich vor allem mit Coaching und Personal auskennen sollten, um den Betireb gemeinsam voranzutreiben. Bei Bedarf kann das Berater-Team später durch Anwälte, Steuer- oder Versicherungsexperten ergänzt werden.

5. Anstellung von festen und freien Mitarbeitern

Sind die Auswahlverfahren erfolgreich gelaufen, steht die Entscheidung an, ob die neuen Mitarbeiter fest angestellt oder doch lieber als Freie arbeiten sollen. Was jedoch vielen nicht bewusst ist: Auch die Arbeit von Freien birgt Risiken in sich, sollten diese nur für das eigene Unternehmen tätig sein und über Gewerbeschein abrechnen. Bei solch einer Beschäftigung handelt es sich meist um sogenannte Scheinselbständige (nach §1 SchwarzArbG.), eine klare Einordnung ist für Außenstehende oft undurchsichtig. Die Haftung übernehmen in diesem Fall nicht die freien Mitarbeiter, sondern der Betrieb. Bei einer Betriebsprüfung drohen hierbei im schlimmsten Fall hohe Geldstrafen, mit denen sich niemand gleich am Anfang einer Gründung konfrontiert sehen möchte. Umso wichtiger ist es auch hier, Experten um Rat zu fragen. "Wir klären unsere Kunden beispielsweise immer darüber auf, dass unsere Dienstleister rechtssicher angestellt sind und über Lohnsteuer abgerechnet werden. Gleiches gilt natürlich für unser Büro- und sonstiges Personal. Alles andere ist unseriös", zeigt Agenturgründer Amin Guellil auf.

Weitere Informationen zur Personal-Agentur "ucm.agency" gibt es online. dhz

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