Meinung -

Handwerkerumfrage Fünf Tipps von Gründern für Gründer

Der Schritt in die Selbstständigkeit birgt zahlreiche Hürden und Fallstricke. Ohne gute Vorbereitung geht es nicht. Worauf sollten Existenzgründer achten? Fünf Handwerker geben Tipps.

Existenzgründungen erfordern Mut, aber auch eine gute Geschäftsidee und einen durchdachten Businessplan. Fünf Handwerksunternehmer verraten, worauf es ihrer Meinung nach ankommt:

Tobias Hotz, Feinwerkmechanikermeister aus Mosbach.

"Ich bin in den Betrieb reingewachsen und habe die Firma von meinem Vater übernommen. Ich musste also nicht bei null anfangen. Ich denke, für einen Neugründer sind vorab einige Jahre Berufserfahrung empfehlenswert, um so das Geschäftsfeld, in das man einsteigen möchte, bereits vorher optimal zu kennen."

Philipp Egenter, Schreinermeister aus Freiburg.

"In der heutigen Zeit wird eine gute Idee alleine in den meisten Fällen nicht reichen. Als eine Grundvoraussetzung sehe ich an, dass dem Unternehmensgründer der Beruf viel Freude bereitet und er zu 100 Prozent hinter seinen Produkten stehen kann. Das schnelle Geld sollte weder die Motivation noch das Ziel sein."

Claudius Wolfrum, Malermeister aus München.

"Existenzgründer sollten sich unbedingt im Vorfeld kaufmännisches Wissen aneignen, z. B. durch die Weiterbildung zum Betriebswirt. Zweitens sollte man sich gut überlegen, welche Nische man besetzen kann, was den Betrieb einzigartig macht. Und nicht zuletzt sollten sie sich regelmäßig mit anderen Handwerkern austauschen."

Lutz Küffner, SHK-Meister aus Jena.

"Eine Grundvoraussetzung sind die fachlichen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, wie man sie zum Beispiel in der Meisterschule vermittelt bekommt. Besonders wichtig ist aus meiner Sicht aber auch ein ausgesprochen freundlicher Umgang mit Kunden und eine kollegiale Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern. Sonst macht die Selbständigkeit keinen Spaß."

Hartmut Nietsch, Malermeister aus Aidlingen.

"Gründer sollten sich richtig informieren. Man muss einen Überblick haben, was alles auf einen zukommt. Ich habe mich damals mit meiner Hausbank zusammengesetzt, um einen Eindruck zu gewinnen. Wichtig ist auch, dass man in betriebswirtschaftlichen Aufgaben fit ist. Mir haben die Weiterbildungen bei der Handwerkskammer immer viel gebracht."

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