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Outdoor-Telefone Test: Handys für den Handwerkseinsatz

Stürze aus mehreren Metern Höhe, Dreck und Staub oder Regen und Schnee – ein Handy oder Smartphone für den Baustellen-Einsatz muss einiges aushalten. Fünf aktuelle Geräte im Test.

Outdoor-Smartphone
Auf der Baustelle sind andere Qualitäten von einem Smartphone gefragt. -

Die meisten normalen Handys oder Smartphones sind nicht für die raue Arbeitsumgebung eines Handwerksbetriebs geeignet. Nässe, Staub oder ein Sturz auf den Betonboden können ihnen den Garaus machen. Nicht so bei den im Folgenden vorgestellten Handys und Smartphones speziell für den Outdoor-Bereich, die nicht nur staub- und wasserdicht sind, sondern auch Strapazen wie Stürze, Chemikalien, Vibrationen oder extreme Temperaturen aushalten.

Schutzarten

Die fünf vorgestellten Mobiltelefone sind nach verschiedenen Schutzarten, auch IP-Codes genannt (IP steht für International Protection), zertifiziert. Diese Codes bestehen aus zwei Ziffern, wobei die erste den Schutz gegen Staub und die zweite den Schutz gegen Wasser angibt. Eine höhere Ziffer bedeutet höheren Schutz.

Das CAT B15, Samsung B2710 und das Runbo X5 sind nach der Schutzart IP67 zertifiziert. Das Sonim XP1300 Core und das Sonim XP3300 Force sind nach IP68 zertifiziert. Die erste Ziffer bei beiden Schutzarten ist eine sechs, was bedeutet, dass das Gerät staubdicht ist. Die zweite Ziffer, die den Schutz gegen Wasser angibt, ist eine sieben bzw. eine acht. Die sieben bedeutet, dass die Telefone bei einem Meter Tiefe für bis zu 30 Minuten wasserdicht sind. Die acht bedeutet, dass ein Gerät für bis zu 30 Minuten bei einer Tiefe von mehr als einem Meter wasserdicht ist, wobei die Tiefe vom Hersteller bestimmt wird. Bei den getesten Geräten von Sonim hat der Hersteller die Wassertiefe auf zwei Meter festgelegt.

Cat B15
© Caterpillar

CAT B15

Das CAT B15 wird vom weltgrößten Hersteller für Baumaschinen, Caterpillar, hergestellt und ist für den Einsatz auf einer Baustelle konzipiert. Es verfügt über ein robustes und gut verarbeitetes Gehäuse, das nicht nur nach IP67 zertifiziert und damit staubdicht und bei einer Tiefe von bis zu einem Meter für 30 Minuten wasserdicht ist, sondern auch gegen Stürze aus 1,80 m Höhe sowie Temperaturen zwischen –20°C und 55 °C geschützt ist. Was die technische Ausstattung anbelangt, ist es in etwa so aufgestellt wie aktuelle Mittelklasse-Smartphones: Es hat einen Zwei-Kern-Prozessor, vier GB internen Speicher, eine Kamera mit fünf Megapixeln, mobiles Internet, Bluetooth, GPS und ein vier Zoll großes Touchscreen-Display mit einer recht guten Auflösung. Darüber hinaus ist es mit einer Dual-SIM-Funktion ausgestattet, welche die gleichzeitige Nutzung als Privat- und Geschäftshandy vereinfacht.

Ein Manko des Baustellen-Smartphones ist, dass es keinen LED-Blitz hat, was die Verwendung als Digitalkamera-Ersatz einschränkt und weswegen man es auch nicht als Taschenlampe benutzen kann.

Runbo
© Runbo

Runbo X5

Das X5 des chinesischen Herstellers Runbo ist hierzulande noch recht unbekannt, erfreut sich aber vor allem bei Outdoor-Fans immer größerer Beliebtheit. Wie das CAT B15 ist das Outdoor-Smartphone nach IP67 zertifiziert, verfügt jedoch über ein noch robusteres und massiveres Gehäuse. Zudem hat es mit 3.800 mAh einen fast doppelt so großen Akku. Bei normaler Nutzung hält das Runbo X5 bis zu einer Woche durch, ohne aufgeladen werden zu müssen, was für ein Smartphone rekordverdächtig ist.

Von der technischen Ausstattung ist es dem CAT B15 sehr ähnlich und ist ebenfalls mit einer Dual-SIM-Funktion ausgestattet. Es verfügt jedoch über ein etwas größeres Display und eine etwas höher auflösende Kamera, die im Gegensatz zum B15 auch einen LED-Blitz hat.

Als nette Zusatzfunktion lässt sich das Runbo X5 mithilfe einer mitgelieferten Antenne auch als Funkgerät auf der Baustelle verwenden.

Sonim
© Sonim

Sonim XP1300 und XP3300

Das Sonim XP1300 Core und XP3300 Force zählen zu den robustesten Handys auf der Welt. Sie sind beide nicht nur nach IP68 zertifiziert und damit staubdicht und bei einer Tiefe von bis zu zwei Metern wasserdicht, sondern auch gegen alle anderen Umwelteinflüsse geschützt, denen ein Handy auf einer Baustelle oder in einem Industriebetrieb ausgeliefert sein kann, wie z. B.­­ gegen Stürze auf Beton aus bis zu zwei Metern Höhe, bis zu einer Tonne Druck, extreme Temperaturen, Vibrationen und gegen verschiedene Chemikalien und Öle. Auch das Display ist extrem kratz- und bruchfest.

Zudem verfügen das XP1300 und XP3300 über einen sehr langlebigen Akku, ein helles und gut ablesbares Display, eine Taschenlampe, extralaute Lautsprecher sowie Tasten, die auch mit Handschuhen bedienbar sind und sich somit bestens für alle Arbeiten im Freien oder in rauen Arbeitsumgebungen eignen. In Sachen technischer Ausstattung bieten sie jedoch nicht viel mehr als die Handy-Grundfunktionen: Lediglich ein MP3-Player, ein microSD-Kartenslot, Bluetooth und ein UKW-Radio sind mit an Bord. Das XP3300 verfügt zusätzlich über eine Zwei-Megapixel-Kamera und GPS.

Samsung B2710
© Samsung

Samsung B2710

Das Samsung B2710 ist ein zuverlässiges und robustes Outdoor-Handy, das zu den beliebtesten Modellen auf dem Markt zählt. An die Widerstandsfähigkeit des Sonim XP1300 oder XP3300 kommt es zwar nicht heran, ist dafür aber auch deutlich günstiger.

Wie das CAT B15 und das Runbo X5 ist es nach IP67 zertifiziert und bietet ein Gehäuse, das gegen Stöße geschützt ist und mit seiner gummierten Oberfläche gut in der Hand liegt. Eine lange Akkulaufzeit, starke Lautsprecher, GPS mit Google Maps, ein Mikrofon mit Geräuschunterdrückung, ein kratzresistentes Display und eine Taschenlampe runden das Samsung B2710 als Handy für den Einsatz im Freien oder auf der Baustelle ab.

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