Betriebsführung -

Manufactum-Studie von Würth Fünf Geheimnisse erfolgreicher Betriebe

Die große "Manufactum"-Studie von Würth: Wie sich das Handwerk selbst sieht. Und was wir daraus lernen.

Wie wird ein Betrieb erfolgreich? Was machen starke Unter­nehmen anders? Mit der neuen "Manufactum"-Studie von Würth ­sollen Betriebe von den Besten lernen. Die Studie stellt die Aussagen der ­erfolgreichsten Firmen den Antworten aller Teilnehmer gegenüber und beschreibt, was die "Top-10"-Gruppe – die besten zehn Prozent des "Manufactum"-Index – anders macht. 718 Betriebe haben sich dafür bewertet. Fünf Erfolgsregeln haben die Studienmacher herausgehoben.

1. Den Schwung mitnehmen

Die Lage im Handwerk ist bestens. Die meisten Betriebe sind mit ihrem Geschäft zurzeit rundum glücklich. 70 Prozent sprechen in der Studie von "sehr guten" oder "guten" Geschäften. Die weiteren Aussichten sind allerdings etwas verhaltener: 56 Prozent rechnen künftig mit noch besseren Geschäften.

Daher appellieren die Studienmacher an die Betriebe, jetzt in die Zukunftsfähigkeit zu investieren und "den Schwung der gegenwärtigen Auftragslage mitzunehmen". Die Wissenschaftler fordern: "Identifizieren Sie Ihre Ausbaupotenziale!" Übersetzt heißt das: Die eigenen Stärken erkennen und genau hier zu investieren. Denn auch wenn es wie geschmiert läuft: In wirtschaftlich guten Zeiten muss vorgesorgt werden für das, was kommen mag.

2. Mehr Management

Hundertprozentige Qualität ist für Unternehmenschefs ein Muss. In der Geschäftsleitung wird sie als eine der wichtigsten Zielsetzungen erkannt. Das haben die Top-Firmen stärker verinnerlicht als der Durchschnitt, zeigt die Studie. Die Entwicklung und Einführung innovativer Produkte haben in diesem Zusammenhang einen hohen Stellenwert.

Und sie vermarkten ihr Produkt oder ihre Dienstleistung auch richtig: Firmen der "Top-10"-Gruppe helfen sich explizit in Form gegenseitiger Weiterempfehlung. "Der Kundenkreis wächst, Auslastungsspitzen können durch Weiterempfehlung an Kollegen abgefedert werden, Betriebe sich in ihren jeweiligen Spezialisierungen aushelfen", heißt es.

Auch konkrete Kooperationen sind durchaus gewollt. Top-Betriebe sind offener dafür als andere. Ihre Zulieferer-Beziehungen überprüfen sie regelmäßig.

Und: Machen Sie einen Businessplan, auch wenn es Zeit und Mühe kostet. Ein Businessplan unterstützt Sie nicht nur bei Bankverhandlungen, er dient auch zur Erfolgskontrolle. Außerdem werden in erfolgreichen Firmen regelmäßig die wichtigsten Kennzahlen wie Umsatz, Kosten, Personalintensität gecheckt. Zudem: Die Top-Gruppe vergleicht sich mit ihren Konkurrenten.

3. Qualität. Qualität. Qualität.

Perfekte Arbeit ist oberste Pflicht aller Unternehmen im Handwerk. Doch in den Details unterscheiden sich die "Top-10"-Betriebe. Zum Beispiel konzentrieren sie ihre Betriebe auf klar definierte Zielgruppen und bieten umfassenden Service.

Und es ist ständig Bewegung im Haus: Die Produktportfolios werden immer inspiziert und weiterentwickelt, um so auf eine veränderte Nachfrage reagieren zu können.

Bei der Angebotserstellung muss bereits der Mehrwert für den Kunden erkennbar sein, dann lassen sich auch höhere Preise durchsetzen. Sie schauen eher auf die eigene Rendite als auf die Preise von Konkurrenten.

Eine Qualitätskultur zu schaffen und alle Mitarbeiter zu sensibilisieren – darauf legen "Top-10"-Betriebe besonderen Wert. Die Mitarbeiter werden regelmäßig aufgefordert, Verbesserungsvorschläge zu machen.

Und nebenbei: Termintreue und transparente Kommunikation sind hier Ehrensache. Das werden Ihnen die Kunden nicht vergessen.

4. Teamgeist

Unternehmen müssen gute Fachkräfte für sich gewinnen. Sie sind die wichtigste Ressource im Betrieb. Neben der Fachkompetenz achten starke Firmen zunehmend auf soziale Kompetenz. In führenden Betrieben wird auf ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl großer Wert gelegt. Es finden daher regelmäßig Gespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern über deren Arbeitsleistung statt. Mitarbeiterzufriedenheit ist übrigens längst kein Alleinstellungsmerkmal der "Best of" mehr, sondern für mehr als die Hälfte aller befragten Firmen wichtig.

Die "Top-10"-Betriebe investieren in die Entwicklung der Kollegen, vor allem durch Weiterbildung. In sich schnell wandelnden Gewerken – etwa durch die Digitalisierung – ist dies umso wichtiger. E-Learning-Tools werden dabei allerdings noch zaghaft genutzt.

Ein gutes Betriebsklima, eine hohe Identifikation mit der Firma und voller Einsatz – das ist untrennbar mit dem Erfolg vieler Unternehmen verbunden.

5. König Kunde

Die Studie zeigt: "Top-10"-Betriebe bemühen sich um bestehende Kunden, um Folgeaufträge zu erhalten oder weiterempfohlen zu werden. Sie nehmen auch das Thema Kundenzufriedenheit ernster.

Um neue Kunden zu gewinnen, haben fast alle Top-Firmen heute eine Internetpräsenz oder planen gerade eine eigene Website. Aber sie nutzen auch noch die guten, alten "Holzmedien" wie Flyer und Prospekte. In sozialen Netzwerken ist dagegen bloß ein Drittel aktiv.

Schnelle und transparente Kundenkommunikation ist ihnen wichtig. E-Mails bleiben nicht unbeantwortet. Dazu zählt auch ein funktionierendes Beschwerdemanegement .

In der Außenwirkung setzen sie auf einheitliche Arbeitskleidung, alle Mitarbeiter haben Visitenkarten, ein höfliches Auftreten wird ebenfalls verlangt. Bei der Außendarstellung appellieren die "Manufactum"-Macher an die Betriebe: "Bleiben Sie am Ball!"

Unter wuerth.de können Sie die Studie bestellen.>>>

Zusätzlich gibt es hier Infos zur Azubi-Studie von Würth.>>>

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