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Nachruf Früherer Handwerkspräsident Otto Kentzler gestorben

Viele Jahre hat sich Otto Kentzler als ZDH-Präsident für das Handwerk stark gemacht. Am Sonntag ist er im Alter von 77 Jahren gestorben.

Otto Kentzler stand viele Jahre für das Handwerk. Ob beim jährlichen Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft in München oder bei unzähligen Terminen in Berlin oder Dortmund – immer hat sich der frühere Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) mit voller Kraft für das Handwerk eingesetzt. "Seine Verlässlichkeit, seine Leidenschaft und sein Blick auf das gesellschaftliche Ganze haben ihm Anerkennung quer durch die Parteien, Verbände und Gesellschaftsgruppen verschafft", schreibt der ZDH zum unerwarteten Tod seines Ehrenpräsidenten am 28. April 2019.

Er stand für Authentizität und Verbindlichkeit

Kentzler war gelernter Handwerker, Ingenieur und Unternehmer. Schon 1978 hat er den familieneigenen Dachdeckerbetrieb übernommen, nachdem er zuvor eine Lehre als Gas- und Wasser-Installateur und Klempner absolviert und anschließend an der TU Hannover Maschinenbau studiert hatte. Neben der Arbeit im Betrieb engagierte sich Kentzler auch ehrenamtlich: 1989 wurde er zum Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klima Dortmund und Lünen gewählt. Fünf Jahre später wurde er Kammerpräsident in Dortmund und von 2005 bis 2013 stand er außerdem als ZDH-Präsident an der Spitze des deutschen Handwerks. Aus nächster Nähe erlebte Kentzler, wie Banken-, Euro- und Wirtschaftskrise das politische Berlin in Bann nahm.

Nicht nur in der Politik, auch im Handwerk genoss Kentzler für seine authentischen Aussagen hohe Anerkennung. Nie habe er die Bodenhaftung verloren. Von den Handwerkern sei er weiterhin als "Einer von uns", als "Einer, der unsere Sprache spricht", geschätzt worden, heißt es im Nachruf der Handwerkskammer Dortmund. Diese Verbindung zur Praxis habe sich auch in seinen politischen Forderungen widergespiegelt.

Geschlossenheit des Handwerks war ihm ein Anliegen

Vielleicht ist es ihm auch deshalb gelungen, "entscheidende politische Erfolge" für das Handwerk zu erreichen, wie der ZDH in seinem Nachruf schreibt. Die Geschlossenheit des Handwerks und ein daraus erwachsendes starkes Auftreten sei das große persönliche Anliegen Kentzlers gewesen. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Ehrungen. Darunter auch das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Nicht nur in der Politik erlebte Kentzler Höhen und Tiefen, auch im familieneigenen Betrieb. Kentzler war ein kreativer Mensch, der zur Ablenkung und Entspannung auch mal zu Farbe und Pinsel griff, der immer offen für Neues war und wie es seine Nachfolger in Dortmund schreiben, immer bereit war, Verantwortung zu übernehmen.

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