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Schadensersatz Friseur verklagt: Wenn die Haarfarbe misslingt

Ein Gerichtsurteil, das Friseuren künftig teuer zu stehen kommen könnte, hat nun das Landgericht Köln gefällt. So muss ein Friseur einer Kundin Schadensersetz zahlen, weil die Haarfärbung misslungen ist.

Der Wunsch waren Haare in der Farbe "braun-gold". Stattdessen hatten sie jedoch einen deutlichen Rotstich, der sich vom Friseur nicht entfernen ließ. Blöderweise war die Kundin ein international tätiges Model und musste wegen der neuen Haarfarbe und den Folgen, die das mehrmalige Färben hatte, wichtige Aufträge absagen. Die Haare waren angeblich geschädigt.

Der Kundin entging dadurch viel Geld und das holte sie sich nun per Schadensersatzklage von dem Friseur wieder, der ihr den Rotstich durch die misslungene Haarefärbung verpasst hatte. Sie hatte den Friseur verklagt und das Landgericht Köln hat nun ein Urteil gesprochen (Az.Az. 4 O381/16) , dass Folgen für die Friseurbranche haben könnte.

Falsche Haarfarbe: Eingriff in den Körper

Denn die Richter gaben nicht nur der Klägerin Recht, dass sie die entstandenen Verdiensteinbußen als Schadenersatz geltend machen kann. Sie kündigten einem Bericht des WDR auch an, dass  auch wer nicht als Model tätig sei, künftig mit einer solchen Klage unter Umständen erfolgreich sein könne.

Der Grund: Eine falsche Haarfarbe sei ein Eingriff in den Körper. Sie wiesen deshalb auch darauf hin, dass beispielsweise dann, wenn die Haare nach der Behandlung ausfallen, eine Klage sinnvoll sei. Das klagende Model hatte im Prozess auch die seelische Belastung erwähnt, die sie wegen der Haarfarbe erleiden musste und deshalb stressbedingte Akne bekam. dhz

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