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Einkommensteuererklärung Freiwillige Steuererklärung: Geldanlage Finanzamt

In Zeiten von Niedrigzinsen: Warum Arbeitnehmer die Abgabe ihrer freiwilligen Steuererklärung so lange wie möglich hinauszögern sollten.

Arbeitnehmer, die nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, können freiwillig eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen, wenn sie wegen hoher Steuerausgaben oder wegen der Zusammenveranlagung eine Steuererstattung erwarten. Dafür haben sie genau vier Jahre nach Ablauf des Steuerjahrs Zeit. Die Steuererklärung 2013 muss also bis spätestens 31. Dezember 2017 im Briefkasten des Finanzamts landen. Für die Jahre 2014 bis 2016 können Sie sich mit der Abgabe also noch Zeit lassen. Und das sollten Sie auch.

Denn kürzlich wurde gerichtlich bestätigt, dass das Finanzamt trotz Niedrigzinsphase 6 Prozent Nachzahlungszinsen pro Jahr von Steuerzahlern auf ihre Steuernachzahlungen fordern darf. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Ihnen pro Monat 0,5 Prozent Erstattungszinsen auf Ihre Steuererstattungen zustehen. Die Verzinsung startet immer 15 Monate nach Ablauf des Steuerjahrs.

Beispiel: Sie erwarten für das Steuerjahr 2016 eine Steuererstattung von 3.000 Euro. Zur Abgabe einer Steuererklärung sind Sie nicht verpflichtet. Warten Sie mit der Abgabe zum 31. Dezember 2020, winken neben der Steuererstattung von 3.000 Euro auch noch 495 Euro Erstattungszinsen. Kleiner Wermutstropfen: Diese Zinsen sind steuerpflichtig und werden mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer besteuert.

Fazit: Die Geldanlage beim Finanzamt bringt im Gegensatz zur Geldanlage bei der Bank erhebliche Zinsvorteile. Wichtig ist nur, die Abgabezeitpunkte zu überwachen. Denn geht die freiwillige Steuererklärung nur einen Tag zu spät beim Finanzamt ein, verweigert das Finanzamt die Bearbeitung und somit ist die komplette Steuererstattung verloren. bek

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