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Schuhmacher Patrick Frei fertigt beste Oxford-Schuhe Freiburger wird Weltmeister der Maßschuhmacher

Der Schuhmacher Patrick Frei aus Freiburg hat die Weltmeisterschaft der Maßschuhmacher in London gewonnen. Frei setzte sich gegen 29 Konkurrenten aus aller Welt durch.

Die Teilnehmer mussten im Vorfeld einen schwarzen Oxford-Schuh mit Vorderkappe aus Boxcalf-Leder in Größe 42 anfertigen. Die Schuhe seien dann von einer internationalen Jury nach verschiedenen Kriterien beurteilt worden. Auf den zweiten Platz kam der Schwede Daniel Wegan, der für die Londoner Schuhmacher von "Gazziano & Girling" arbeitet. Dritter wurde der Franzose Philippe Atienza. Das Preisgeld betrug 3.000 Pfund. Die drei besten Schuhe werden in Tokio, Hongkong, Peking, Seoul, Singapur, New York, Chicago, Stockholm, Oslo und Genf ausgestellt.

Oxford-Schuh Patrick Frei Weltmeister

Organisiert war die WM von Bloggern aus der Schuhmode-Branche, die sowohl auf Seiten der Schuhmacher und der Jury auf das entsprechende Niveau bei den Teilnehmern geachtet hätten. In der Jury saßen renommierte Schuhmacher und Modejournalisten, darunter der Direktor der bekannten Schuhmanufaktur John Lobb Paris. Laut Frei haben sich 50 Schuhmacher für den Wettbewerb angemeldet. 30 von ihnen schafften es, die Schuhe rechtzeitig abzugeben. Er selbst, so Frei, habe die Schuhe drei Tage vor der Ausstellung nach London gebracht. Die Weltmeisterschaft in London war nach Aussage Freis die erste WM für Maßschuhmacher auf diesem hohen Niveau seit 1910. Damals seien im Rahmen der Weltausstellungen regelmäßig Wettbewerbe durchgeführt worden.

Blogger lobt Schuhe als Kunstwerk

Der Schuhblogger und Journlaist Justin Fitzpatrick lobt Freis Schuhe als Kunstwerk, das die herausragende Qualität der feinen Schuhe um 1900 erreiche. "The best shoe I have ever seen in modern day, reminiscent of what was in the Victorian era", so Fitzpatrick.

Patrick Frei ist 36 Jahre alt und betreibt seit zehn Jahren in Freiburg eine Werkstatt für Maßschuhe. Er lernte sein Handwerk in einem Meisterbetrieb und bildet sich durch Besuche bei angesehenen und königlichen Schuhmachern in Europa fort. Den Gewinn der Weltmeisterschaft betrachtet Frei auch als große Chance, als herausragender Schuhmacher wahrgenommen zu werden und einen dementsprechenden Stundenlohn verlangen zu können. Ebenso erhofft er sich dadurch Freiheiten, seinen Visionen nachgehen zu können. Ein Interessent aus New York hat sich bereits bei ihm gemeldet. fm

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