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Steuer aktuell Fragen und Antworten zum Verzögerungsgeld

Kommen Sie im Rahmen einer Betriebsprüfung Ihren Verpflichtungen zur Vorlage von steuerlichen Unterlagen nicht nach, kann das Finanzamt ein Verzögerungsgeld festsetzen. Müssen Sie diese Strafzahlung leisten, stellen sich zahlreiche Fragen in der Praxis. Hier finden Sie die Antworten.

Frage 1: Ich musste ein Verzögerungsgeld in Höhe von 2.500 Euro bezahlen, weil ich im Rahmen einer Betriebsprüfung die angeforderten Unterlagen trotz mehrmaliger Aufforderungen nicht vorgelegt habe. Ich habe die Unterlagen dann doch noch vorgelegt. Jetzt weigert sich der Prüfer aber, die Strafzahlung zu erstatten. Ist das Finanzamt um Recht?

Antwort: Leider ja. Denn das fatale am Verzögerungsgeld ist, dass die Festsetzung nicht mehr zurückgezogen werden kann. Ist die Strafzahlung also einmal ausgesprochen, bleibt es ohne Wenn und Aber bei der finanziellen Belastung.

Strafzahlung absetzen?

Frage 2: Ich musste Verzögerungsgeld in Höhe von 4.000 Euro zahlen. Darf ich diese Strafzahlung als Betriebsausgabe vom Gewinn meines Handwerksbetriebs abziehen?

Antwort: Das kommt darauf an. Beim Verzögerungsgeld handelt es sich um eine steuerliche Nebenleistung nach § 3 Abs. 4 Abgabenordnung. Das Verzögerungsgelt teilt deshalb das Schicksal der Hauptleistung (= Steuerart), für die es festgesetzt worden ist. Beispiel: Das Verzögerungsgeld wird festgesetzt, weil Sie Fragen zur Umsatzsteuer nicht beantwortet haben. Da die Umsatzsteuer abziehbar ist, darf auch das Verzögerungsgeld betreffend die Umsatzsteuer als Betriebsausgabe abgezogen werden.

Fehler des Steuerberaters

Frage 3: Mein Steuerberater war Schuld an der Festsetzung des Verzögerungsgeldes. Deshalb hat er mir für die geleistete Strafzahlung einen Schadensersatz geleistet. Das Verzögerungsgeld betraf nicht beantwortete Fragen zur Körperschaftsteuer. Wie verbuche ich diese Schadensersatzleistungen?

Antwort: Nach der Rechtsprechung zu vergleichbaren Fällen, müssen Sie die Schadensersatzleistung selbst dann als Betriebseinnahme versteuern, wenn das Verzögerungsgeld selbst nicht als Betriebsausgabe abziehbar ist.

Tipp: Versuchen Sie stets, die Festsetzung von Verzögerungsgeld zu vermeiden. Schaffen sie es nicht zeitnah, Unterlagen vorzulegen oder sind diese überhaupt nicht mehr auffindbar, beantragen Sie schriftlich eine Fristverlängerung zur Vorlage oder informieren Sie den Prüfer schriftlich vom Verlust der Unterlagen. Nur so lässt es sich vermeiden, dass es dem Prüfer irgendwann zu bunt wird und er das Verzögerungsgeld festsetzt. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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