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So lassen sich Maschinen und Werkzeuge organisieren Flottenmanagement: Von GPS-Ortung bis Ferndiagnose

Mit zunehmender Digitalisierung lassen sich mehr und mehr Prozesse in Echtzeit überwachen und steuern. Dank GPS-Ortung und mobiler Datenübertragung können auch Werkzeuge und Maschinen zu Flotten vereint und von einer Zentrale aus überwacht werden.

Als weltweit führender Anbieter von Reinigungstechnik hat Kärcher frühzeitig auf die Chancen einer vernetzten Welt gesetzt. In Kooperation mit dem Mobilfunkdienstleister Vodafone wurde Kärcher Fleet entwickelt – ein Telematiksystem, mit dem Gebäudereiniger ihre Scheuersaug- und Kehrmaschinen organisieren können. Via GPS und Mobilfunk erhalten die Kärcher-Kunden Informationen, wo und wie lange ihre Maschinen eingesetzt werden, für welche Geräte ein Service ansteht oder wie lange die Akkus noch reichen.

Maschinenauslastung steigt

Technisches Herzstück ist eine selbstentwickelte Telematikbox von der Größe eines Smartphones, mit der die Reinigungsmaschinen ab Werk ausgestattet werden können. Über eine SIM-Karte von Vodafone werden die gesammelten Informationen verschlüsselt auf eine Plattform des Mobilfunkdienstleisters übertragen, der die Daten für die Darstellung auf einem kundenspezifischen Dashboard aufbereitet. Das alles läuft nahezu in Echtzeit ab, so dass die Controller der Reinigungsunternehmen alle wichtigen Parameter im Blick haben.

So lässt sich die Maschinenauslastung deutlich erhöhen, unnötige Standzeiten werden vermieden. Über ein spezielles Dienstleistungspaket bietet Kärcher seinen Kunden sogar die Überwachung der Flotte durch eigene Servicemitarbeiter an, die online alle Geräte überwachen. Über eine Remote-Verbindung bekommt der Techniker bei Bedarf direkten Zugriff auf die Maschine, kann Fehler analysieren und online beheben. Das spart lange Anfahrtswege und macht die Maschine schneller wieder einsatz­fähig.

Benutzen statt besitzen

Etwas anders interpretiert man bei Hilti den Begriff vom Flottenmanagement. Beim Baugerätehersteller gilt die Devise: benutzen statt besitzen. Gegen eine monatliche Gebühr kann sich der Kunde seinen Gerätepark individuell zusammenstellen. Die Geräte bleiben im Besitz des Herstellers, der auch den Service übernimmt. Bei einem Defekt stellt Hilti für die Zeit der Reparatur ein Ersatzgerät, so dass ohne Zeitverlust weitergearbeitet werden kann. Nach Ablauf der Nutzungsdauer werden die Geräte automatisch ausgetauscht, so dass die Gesellen stets mit der aktuellen Technik arbeiten.

Über die Geräte-Verwaltung auf der Hilti-Webseite haben Bauhandwerker stets einen aktuellen Überblick über alle Daten und Kosten. Außerdem können sie vorübergehend zusätzliche Mietgeräte bestellen. Denn auf dem Bau gleicht selten ein Projekt dem anderen.

Hilti OnTrack

Wer lieber mit eigenen Maschinen arbeitet, kann diese bei Hilti mit der Software OnTrack organisieren. Dabei werden die Geräte mit einem Barcode-Etikett ausgestattet. Nach dem Einscannen lassen sie sich über eine Software am PC im Büro oder mobil über eine Smartphone-App verwalten. Und das funktioniert auch mit Fremdmarken, denn OnTrack ist nicht an den Hersteller gebunden. Die Technik wird stetig verbessert. So steigt Hilti aktuell von der RFID-Technologie auf das 2D-Barcode-Format um.

Weitere Hersteller ziehen nach

Wie stark die Digitalisierung bei den Herstellern von Werkzeugen Einzug hält, wurde Mitte April zur Bilanzpressekonferenz von Stihl in Waiblingen deutlich. „Wir beschäftigen uns mit dem Thema seit Jahren, aber 2017 hat es richtig Fahrt aufgenommen“, sagte Bertram Kandziora. Der Vorstandsvorsitzende sprach von

Geschäftsfeldern wie Forst 4.0 und Advanced Landscaping, kündigte aber auch Innovationen in den Bereichen Flottenmanagement, Diebstahlschutz und Optimierung der Wartungsintervalle an. Zunächst soll mit Stihl connected ein neuer Dienst Privatkunden ermöglichen, die Wartung und Pflege ihrer Geräte über eine App zu managen.

Dafür wird auf der Maschine ein sogenannter Connector angebracht, der die Betriebsstunden erfasst und die Daten dann ähnlich wie bei Hilti OnTrack via Bluetooth an das Smartphone übermittelt. Ein Flottenmanagement auf digitaler Basis für professionelle Anwender werde gerade entwickelt. ste

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