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Fleischer gegen Mindestlohn

Verband spricht sich für Schutz der Tarifautonomie aus

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Mindestlohn

Der Deutsche Fleischer-Verband lehnt einen gesetzlich verordneten Mindestlohn kategorisch ab. „Jedes Eingreifen des Staates in Löhne und Gehälter macht diese über kurz oder lang auch zum Wahlkampfinstrument“, erklärte Manfred Rycken, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands, vor der Presse in München. Er sprach sich für einen Schutz der Tarifautonomie aus.

Dennoch betonte er, eine Lohnregelung müsse ausnahmslos für die gesamte Fleischwirtschaft gelten. Es könne nicht sein, dass sich einige Unternehmen in der Industrie mit Billigstlöhnen einen Wettbewerbsvorteil verschafften, während andere, die auskömmliche Löhne bezahlten, für ihr Verhalten bestraft würden.

Konjunkturell hat das Fleischerhandwerk im vergangenen Jahr vom gestiegenen Fleischverzehr profitiert. Dieser stieg pro Kopf der Bevölkerung wieder leicht an. Insgesamt haben die Deutschen pro Kopf 60,3 kg Fleisch verzehrt, hauptsächlich jedoch Schweinefleisch, nämlich 39,9 kg. Auch der Anteil von Rind- und Kalbfleisch ist um 200 g auf 8,4 kg gestiegen.

Ein fortgesetzter Trend ist der zu größeren und leistungsfähigeren Betrieben. Das Fleischerhandwerk war Ende des Jahres 2007 mit insgesamt 27.557 stationären Verkaufsstellen am Markt präsent. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 16.761 eigenständigen Meisterbetrieben, hinzu kommen noch 10.796 Filialen. Einschließlich Auszubildender und mithelfender Familienmitglieder waren 155.000 Menschen in Deutschlands Fleischer-Fachgeschäften beschäftigt und erwirtschafteten 2007 einen Gesamtumsatz von 15,39 Milliarden Euro. hjs

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