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IFA 2008 Flachbildfernseher werden immer besser

Die IFA 2008 in Berlin hat zahlreiche Neuheiten aus der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sowie erstmals Elektrohausgeräte präsentiert. Wie in den Vorjahren dominierten aber Flachbildfernseher und Heimkinoanlagen in bester hochauflösender Qualität (HDTV) das Messegeschehen.

Erhebliche Fortschritte hat die Industrie erzielt, aber die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sowie viele Privatsender kommen mit der Umstellung auf HDTV nicht voran.

Wer einen Rundgang durch die Hallen des Geländes unterm Funkturm machte, sah sich fast überall den ultrascharfen und extrem kontrastreichen Bildern der neuesten Generation von Flachbildfernsehern ausgeliefert. Pyramidenähnlich wie bei Samsung oder in einem fast klinischen Hallendesign wie bei Loewe wurden die TV-Geräte, die die Industrie längst zu Life-Style-Projekten aufwertet, präsentiert.

Die Hersteller produzieren inzwischen immer größere und flachere TV-Geräte. Den nach eigenen Angaben größten Plasma-Schirm im Programm hat Panasonic mit einer Diagonale von 380 Zentimeter. An die Wand gehängt, wirkt der TV-Schirm wie eine Leinwand. Weltweit gibt es erst fünf Prototypen dieses TV-Giganten. Die Serienfertigung soll bald beginnen, sagt ein Standbetreuer. Der Preis wird noch als Unternehmensgeheimnis gehütet. Ein kleineres Modell mit einer Bildschirmdiagonale von immerhin 260 Zentimeter kostet 80.000 Euro.

Loewe dagegen hat Geräte mit Diagonalen bis zu 119 Zentimeter im Angebot, die nur neun Zentimeter tief sind und HDTV in höchster Auflösung zeigen können. Auch bei der Verbesserung des Kontrastumfangs sind die Ingenieure weiter gekommen. Deutliche Fortschritte wurden nach Herstellerangaben zudem bei LCD-Schirmen erzielt, die bislang beim Kontrastumfang gegenüber Plasma-TV benachteiligt waren. So präsentiert beispielsweise Sony LCD-Fernseher mit Leuchtdioden, die einen höheren Kontrastumfang gewährleisten als die zuvor benutzten Leuchtstoffröhren.

Die Umwelt ist ebenfalls in den Fokus der Verkaufsargumente gerückt. Die Hersteller von Flachbildfernsehern haben wie nie zuvor auf einer IFA mit der Energieeffizienz ihrer Geräte geworben. Die Darstellung der Unternehmen ist nach Angaben der Deutschen Energieagentur seriös. Zwar verbrauchten große Bildschirme viel Strom, weil sie große Mengen Licht ausstrahlten, aber der Industrie sei es gelungen, die Verbrauchswerte in den vergangenen Jahren deutlich zu senken, sagte eine Referentin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht indes weitere Energieeinsparpotenziale vor allem im Stand-by-Modus. In dieser Funktion würden in deutschen Haushalten noch so viel Strom verbraucht, wie ihn zwei Großkraftwerke in Deutschland pro Jahr produzierten. Die Regierungschefin forderte auf der IFA-Eröffnungsgala die Industrie auf, den Stromverbrauch ihrer Geräte weiter zu senken.

Insgesamt haben die Hersteller von Flachbildfernsehern erhebliche Fortschritte erzielt. Auch sind die Geräte für Durchschnittsverdiener inzwischen erschwinglich. Flachbildfernseher mit einer Diagonale von 81 Zentimeter sind inzwischen ab 800 Euro erhältlich.

Doch eine wesentliche Voraussetzung hinkt den fortschreitenden Ingenieursleistungen hinterher. Die öffentlich-rechtlichen Programme ARD und ZDF halten an ihrem Vorhaben fest, das HDTV-Signal erst ab 2010 flächendeckend zu senden. Der Kulturkanal ARTE dagegen, an dem beide beteiligt sind, sendet seit Juli in HD. Auch in Österreich (ORF) und Schweiz (SRG) empfangen die Zuschauer seit der Fußball-EM hochauflösendes Fernsehen. In Deutschland können anscheinend selbst die privaten Sender der neuen Medienwelt nicht folgen. Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat ihre bisherigen zwei HD-Programme eingestellt, und RTL hält sich ganz bedeckt.

Wer das herkömmliche analoge PAL-Signal auf einem HDTV-Fernseher empfängt, sieht nach wie vor ein flimmerndes Bild. Für den Empfang von analogem Fernsehen, sagt ein Experte von Stiftung Warentest, bietet der Röhrenfernseher immer noch das beste Bild.

Michael Winckler/ddp

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