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Steuertipp Firmenwagen: Geldwerter Vorteil nicht für das ganze Jahr?

Darf ein Arbeitnehmer einen Dienstwagen nutzen, muss er ohne Fahrtenbuch für die Privatfahrten ein Prozent des inländischen Listenpreises versteuern. Und das für jeden Monat. Doch muss der Privatanteil auch für zwölf Monate versteuert werden, wenn der Arbeitnehmer den Dienstwagen nachweislich einen ganzen Monat nicht nutzten konnte? Die Antwort kommt vom Finanzgericht Düsseldorf.

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In dem Urteilsfall erlitt ein Arbeitnehmer einen Hirnschlag und durfte deshalb vier Monate nicht Auto fahren. Da sein Firmenwagen nicht von Dritten (hier Familienmitglieder) genutzt werden durfte, beantragte er beim Finanzamt, dass für diese Zeit kein geldwerte Vorteil zu versteuern war. Das Finanzamt lehnt ab.

Finanzgericht erlaubt anteilige Kürzung des geldwerten Vorteils

Die Richter des Finanzgerichts Düsseldorf erlaubten die Kürzung des geldwerten Vorteils für die vier Monate, in dem der Arbeitnehmer nachweislich fahruntüchtig war (FG Düsseldorf, Urteil v. 24.1.2017, Az. 10 K 1932/16 E).

Die Urteilsgrundsätze müssten auch greifen, wenn ein Arbeitnehmer acht Wochen am Stück im Urlaub ist und seinen Dienstwagen und seinen Autoschlüssel in dieser Zeit bei seinem Arbeitgeber lässt.

Steuertipp: Kleine Einschränkung der Richter: Die Kürzung ist nur möglich, wenn der Dienstwagen den kompletten Monate nicht genutzt werden konnte. Konnte er dagegen ein paar Tage im Monat genutzt werden, ist für diesen Monat ohne Wenn und Aber ein Privatanteil zu versteuern. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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