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Personalmarketing, Gesundheitsförderung und Teambuilding Firmenfitness: Nach der Arbeit in die Therme

Großunternehmen locken neue Fachkräfte mit attraktiven Extras an. Für das Handwerk sind solche Angebote meist zu teuer. Im Verbund können aber auch kleine Betriebe gute Konditionen bekommen. Wie eine Friseurin aus dem Südschwarzwald das nutzt.

Im äußersten Südwesten Deutschlands, nahe der Grenze zu Frankreich und zur Schweiz, liegt das Viereinhalbtausend-Seelen-Örtchen Badenweiler. "Wir sind ein Kurort und etwas ab vom Schuss. Die jungen Leute drängen eher nach Freiburg“, schildert Kathrin Freund die Lage.

Die Friseurmeisterin und Chefin von Coiffeur Neumann muss sich etwas einfallen lassen, um ihr siebenköpfiges Team im Ort, bei Laune und bei Gesundheit zu halten: " Probleme mit Schultern und Nacken, aber auch mit der Lendenwirbelsäule sind bei uns Friseuren ein Berufsrisiko“, sagt sie. In ihrem Beruf müsse jeder etwas für seine Gesundheit tun.

Fitness zum Großkundenpreis

Kathrin Freund hat dafür eine Lösung über die Kreishandwerkerschaft (KH) Freiburg gefunden, die ein Vorbild für andere Regionen werden könnte. Denn die KH hat einen Vertrag mit Hansefit abgeschlossen, einem Anbieter für Firmenfitness, der ein Netzwerk aus rund 1.700 Fitness-, Sport- und Wellnesseinrichtungen in ganz Deutschland geknüpft hat.

Normalerweise sind nur größere Unternehmen Partner in diesem Netzwerk. Um so stolzer ist Bernhard Ritter, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Freiburg, dass in seiner Region auch Handwerker von den Großkundenkonditionen profitieren können. "Und es wird sehr stark genutzt, vor allem von Kfz-Betrieben, Sanitär- und Heizungsbaubetrieben, Schornsteinfegern, Elektrobetrieben, Fliesenlegern, Raumausstattern und Friseuren.“

Innungsbetriebe aus Baden-Württemberg profitieren

Jeder Innungsbetrieb aus Baden-Württemberg, der nicht mehr als 30 Mitarbeiter hat, kann sich seit Juli 2019 dem Verbund anschließen; im Probejahr zuvor war das Angebot auf Betriebe der Kreishandwerkerschaft Freiburg begrenzt. Kathrin Freund stieg schon damals ein: "Und wir nutzen die Karte seither sehr intensiv.“

Ob gemeinsam oder einzeln, die Friseurinnen gehen regelmäßig in die örtliche Therme, aber auch ins normale Schwimmbad, in die Badmintonhalle oder ins Fitnessstudio nach Müllheim. Hier hatten sie sich auch für die Karte erstmalig vorgestellt: "Im Fitnessstudio haben sie uns einzeln analysiert und für jede ein individuelles Trainingsprogramm entwickelt“, beschreibt Freund.

Chefin und Team teilen sich die Kosten

Die Kosten für das Angebot halten sich in Grenzen. "Ich habe die Einstiegsgebühr von 50 Euro pro Person übernommen, den monatlichen Beitrag tragen meine Mitarbeiterinnen selbst“, erklärt Freund. Dieser Monatsbeitrag liegt aktuell zwischen 20 und 29 Euro pro Mitglied, abhängig von der Betriebsgröße. Für sie und ihr Team lohne sich die Ausgabe allemal. Selbst die Auszubildenden könnten die Summe stemmen, zumal sie ja auch alle anderen Angebote der Verbundpartner in Deutschland kostenlos nutzen können.

Der bürokratische Aufwand für die Mitgliedschaft ist gering: Wer sich als Unternehmer für das Programm interessiert, schließt mit der KH eine Beitrittserklärung zur Firmenfitness-Vereinbarung ab und meldet die Anzahl der Mitarbeiter, die teilnehmen wollen. "Die Betriebe, die das Angebot nutzen, verzeichnen im Vergleich zu anderen Branchen eine weit überdurchschnittliche Teilnahme ihrer Mitarbeiter“, sieht Ritter sich bestätigt, dass das Angebot perfekt fürs Handwerk passt.

Kathrin Freund ist sehr froh über die Möglichkeit – nicht nur aus gesundheitlichen Gründen und weil es den Teamgeist fördert; sondern auch aus Sicht des Personalmarketings: "Wir haben hier wirklich Schwierigkeiten, Leute zu kriegen. Aber mit so einem Goody hebt man sich als Arbeitgeber von anderen ab.“

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