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Steuertipp Finanzamt nimmt Franchise-Verträge ins Visier

Sind Sie selbständiger Handwerker über einen Franchise-Betrieb, schaut das Finanzamt künftig ganz genau hin, wie sich die an den Franchise-Geber gezahlten Franchise-Gebühren zusammensetzen. Denn stecken in den Franchise-Gebühren auch Zahlungen für gewerbliche Schutzrechte, erwartet das Finanzamt eine anteilige gewerbesteuerliche Hinzurechnung.

Gewerbesteuerliche Hinzurechnung bei Franchise-Verträgen

Bei Ermittlung des Gewerbeertrags sind in der Gewerbesteuererklärung auch Zahlungen für überlassene Rechte zu berücksichtigen (§ 8 Nr. 1f GewStG). Diese Zahlungen werden in Höhe von 25 Prozent dem Gewerbeertrag hinzugerechnet.

In einer Kurzinformation weist die Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen nun darauf hin, welche Steuerregeln bei der Hinzurechnung von Franchise-Gebühren gelten (Kurzinfo v. 25.10.2017). Danach ist Folgendes zu beachten:

  • Für den Teil der Franchise-Gebühr, der sich auf ungeschütztes Erfahrungswissen beschränkt (Weitergabe von Know-how), ist keine gewerbesteuerliche Zurechnung vorzunehmen.
  • Eine Hinzurechnung kommt nur für Zahlungen für überlassene Schutzrechte in Betracht (Patente, Lizenzen).
  • Kann der Franchise-Gebühr nicht entnommen werden, wie hoch der Anteil der Zahlungen für überlassene Schutzrechte ist, ist dieser Betrag zu schätzen und bei Ermittlung des Gewerbeertrags zu berücksichtigen.

Franchise-Vertrag: Hinzurechnung wirkt sich oftmals nicht steuererhöhend aus

Insbesondere für kleine und mittelständische Handwerksbetriebe kann hier jedoch gleich Entwarnung gegeben werden. Denn betragen die gesamten Zurechnungen nicht mehr als 100.000 Euro (Zurechnungen u.a. für Schuldzinsen, Mieten und Pachten und Lizenzen), führt die Hinzurechnung zu keiner höheren Gewerbesteuerbelastung.

Wenn der Freibetrag von 100.000 Euro überschritten wird, wird der übersteigende Zurechnungsbetrag zudem nur mit nur 25 Prozent dem Gewerbeertrag hinzugerechnet.

Steuertipp: Handwerker, die Ihren Betrieb im Rahmen eines Franchise-Modells betreiben, müssen aufgrund dieser Kurzinfo der OFD Nordrhein-Westfalen künftig jedoch mit kritischen Überprüfungen rechnen. Um Rückfragen zu vermeiden, sollte die Zurechnung für Zahlungen für Schutzrechte stets in der Gewerbesteuererklärung ein (geschätzter) Zurechnungsbetrag erfasst werden. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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