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Zusammen mit ZF entwickelt Fiat Ducato bekommt Neun-Gang-Wandlerautomatik

Mit einer neuen Automatikschaltung startet der Fiat Ducato ins Modelljahr 2020. Ein Elektroantrieb wurde für Herbst angekündigt.

Beim Umschalten auf einen neuen Antrieb für den Ducato nimmt sich Fiat Zeit. Erst Ende 2020 soll eine rein elektrische Variante der Transporter-Ikone aus Italien zu den deutschen Händlern rollen. Trotzdem bietet Fiat auch schon zum Beginn des neuen Modelljahres eine Verbesserung, auf die viele Ducato-Fahrer – nicht nur unter den Freizeitmobilisten – gewartet haben. Gemeinsam mit den Getriebespezialisten von ZF wurde eine Neun-Gang-Wandlerautomatik entwickelt, die sich bei einer ersten Testfahrt im Raum Frankfurt/Main als sehr komfortabel erwies.

Drei Fahrmodi wählbar

Gerade im verstopften Großstadtverkehr spielt die außergewöhnlich dynamisch agierende Schaltung ihre Stärken aus. Dank der drei zur Verfügung stehenden Fahrmodi kann der Fahrer dabei selbst entscheiden, ob er das rekordverdächtige Drehmoment von 450 Nm in Verbindung mit dem 178 PS starken Dieselmotor ausreizen oder lieber sparsam unterwegs sein will. Je nachdem, ob Eco, Normal oder Power als Modus gewählt wurde, verfolgt die Automatik eine andere Schaltstrategie – von sparsam bis sportlich. Außerdem kann der Fahrer auch manuell in die Schaltung eingreifen, was vor allem bei Überholvorgängen sinnvoll sein kann, um dem Kastenwagen durch einen kleineren Gang kurzzeitig mehr Schubkraft zu gönnen.

Laut Fiat handelt es sich bei der "9Speed", wie das Firmenmarketing die neue Automatik getauft hat, um das leichteste Getriebe seiner Kategorie. Doch nicht nur wegen des geringen Gewichts hat sich Fiat für einen hydraulischen Drehmomentwandler entschieden. Denn gegenüber einer mechanischen Kupplung punktet die hydraulische durch Zuverlässigkeit und Haltbarkeit. Ob das Versprechen des Herstellers hält, muss sich aber noch zeigen. Für ein weiteres Leistungsplus bei den 2,3-l-Multi-Jet-Dieselmotoren des Ducato (120, 140, 160 und 178 PS) soll ein verbesserter Turbolader sorgen.

So bringt das mit einem Schaltgetriebe kombinierte Einstiegsaggregat nach Angaben des Herstellers zehn Prozent mehr Power auf die Straße als das Vorgängermodell. Alle Motoren erfüllen die 6d-Temp-Norm und sind mit einer Start-Stopp-Funktion ausgestattet. Mit dem ebenfalls serienmäßigen Eco-Schalter kann der Antrieb auf eine kraftstoffsparende Arbeitsweise eingestellt werden.

Eine ganze Reihe von Assistenzsystemen soll die Sicherheit im Ducato weiter verbessern. Im Einzelnen sind dies:

  • Totwinkelassistent mit Radarsensoren im hinteren Stoßfänger,
  • Querbewegungserkennung mit Radarsensoren im hinteren Stoßfänger, die beim rückwärts Ausparken Objekte erkennt, die sich von der Seite nähern,
  • Aufprallschutz, der Hindernisse erkennt und den Fahrer nicht nur vor Kollisionsgefahr warnt, sondern im Notfall automatisch eine Notbremsung einleitet,
  • Spurhalteassistent, der beim unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur akustisch und optisch warnt,
  • Verkehrszeichenerkennung,
  • Fern- und Abblendlichtautomatik,
  • Regensensor für die Scheiben­wischer,
  • Reifendruck-Überwachung,
Fiat Ducato

Ein Blick in die Aufpreisliste lohnt sich aber nicht nur wegen der Sicherheitsassistenten. Eine lohnende Investition stellt das sogenannte Engine Idle Preset dar, das die Leerlaufdrehzahl des Motors erhöht, wenn an Bord zusätzliche elektrische Geräte betrieben werden sollen. Und die neuen LED-Cargo-Lichter, die abhängig vom Radstand in drei verschiedene Größen erhältlich sind, leuchten den Laderaum mit bis zu 70 Lux aus.

Aufgerüstet wurde auch das Infotainment-Angebot über die fiateigene Marke Mopar. So können über den sieben Zoll großen Touchscreen neuerdings die Maße und die Ausstattungsversion des Fahrzeugs eingegeben werden, um bei der Navigation zu enge Straßen von vornherein auszuschließen.

Alternative Antriebe

Langjährigen Erfahrungen mit Erdgas will Fiat auch im Ducato weiterhin einbringen. Der Methanmotor der Natural-Power-Version leistet 136 PS bei einem maximalen Drehmoment von 350 Nm und kommt auch in den Kompakttransportern Fiorino und Doblò zum Einsatz.

Bevor Fiat mit dem Ducato sein erstes batterieelektrisches Nutzfahrzeug auf den Markt bringt, soll der neue Antrieb in Pilotprojekten bei Großkunden getestet werden. Im Sep­tember wollen die Italiener den Elektro-Ducato auf der IAA in Hannover vorstellen. Wie weit die Serienreife dann schon vorangeschritten ist, wird sich zeigen. Angekündigt haben die Italiener jedenfalls einen Kastenwagen mit einer Nutzlast von bis zu 1950 kg und einer Reichweite von bis zu 360 km. Man darf gespannt sein.

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