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Steuer aktuell: Steuerverkürzung Fehler trotz Steuerberater: Was Unternehmer tun können

Viele Handwerker versuchen beim Honorar für den Steuerberater zu sparen. Sie buchen das Jahr über selbst und lassen aus diesen Daten vom Steuerberater für das abgelaufene Jahr dann den Gewinn ermitteln und die Steuererklärung erstellen. Doch was gilt, wenn der Steuerberater einen Fehler unbemerkt übernimmt?

Liegt eine leichtfertige Steuerverkürzung, wenn der Steuerberater Fehler des Handwerkers übernimmt? – Mit dieser Frage mussten sich die Richter des Bundesfinanzhofs beschäftigen.

Die Antwort vorab: Nein, zumindest dann, wenn der Fehler nicht offensichtlich war und auf einem Versehen beruht (BFH, Urteil v. 29.10.2013, Az. VIII R 27/10). Im dem Urteilsfall erfasste der Unternehmer die Verluste aus einer Beteiligung an einer Gesellschaft versehentlich doppelt und der Steuerberater hat diesen Fehler unbemerkt übernommen. Das Vorliegen einer leichtfertigen Steuerverkürzung scheidet aus folgenden Gründen aus:

  • Steuerberater: Der Steuerberater begeht keine Ordnungswidrigkeit nach § 378 AO, wenn er die Steuererklärung eines Mandanten lediglich aus den Daten des Mandanten vorbereitet. Nur der Mandant tätigt somit Angaben gegenüber dem Finanzamt.
  • Unternehmer: Der Unternehmer hat nicht leichtfertig gehandelt. Er kann nämlich darauf vertrauen, dass sein Steuerberater ihm die Steuererklärung richtig und vollständig vorbereitet. Er ist nicht dazu verpflichtet, die Erklärung des Beraters zu überprüfen.

Ohne das Vorliegen einer leichtfertigen Steuerverkürzung tritt die Festsetzungsverjährung für das betreffende Steuerjahr bereits nach vier und nicht erst nach fünf Jahren ein.

Tipp: Eine Einschränkung machten die BFH-Richter in ihrer Urteilsbegründung dann doch noch. Denn handelt es sich bei dem Unternehmer um keinen Steuerlaien, könnten die Anforderungen an die Steuererklärung höher sein (z.B. Unternehmer hat früher in Steuerkanzlei gearbeitet, bevor er sich als Handwerker selbständig gemacht hat). dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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