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Smartphone und Tablet-PC in einem Gerät Faltbare Smartphones: Der nächste große Trend?

Ein technischer Kniff soll Smartphones und Tablets miteinander verschmelzen lassen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wurden nun die ersten Geräte präsentiert.

Sie sollen das "nächste große Ding" in der Elektronikwelt werden: Biegsame Smartphones, die sich dank ausgeklügelter Gelenke zu einem Tablet-PC auseinanderfalten lassen. Hersteller wie Huawei und Samsung erklären ihre auf dem Mobile World Congress in Barcelona der Öffentlichkeit vorgestellten Modelle zu einer neuen Gerätekategorie, die die Nutzungsmöglichkeiten von Smartphone und Tablet in einem Produkt vereinen und erweitern sollen.

Bei den gezeigten Modellen handelt es sich allerdings noch um Einzelanfertigungen. Die Anbieter werden noch einige Monate an der Serienreife feilen.

Das Falt-Smartphone von Huawei, das Mate X, scheint nach dem ersten persönlichen Eindruck das derzeit überzeugendste Paket in dieser Klasse geschnürrt zu haben. In geschlossenem Zustand befindet sich auf der Vorderseite ein großzügiger 6,6-Zoll-Bildschirm, der dank 2.480 × 1.148 Pixel eine brillante Auflösung bietet. Das Display auf der Rückseite ist etwas kleiner.

Praktisch ist, dass das Smartphone erkennt, auf welche Seite des Geräts der Nutzer gerade schaut und nur den entsprechenden Bildschirm aktiviert. Im Alltag dürfte das Energie sparen und die Akkudauer schonen.

Auf Knopfdruck zum Tablet-PC

Wer das Mate X als Arbeitsgerät oder für Multimedia nutzen will, muss nur einen kleinen Schalter drücken und kann das Smartphone zu einem acht Zoll großen Tablet ausklappen. Das sind etwa die Maße eines iPad Mini.

Bemerkenswert: Das Mate X ist trotz der neuen Technik sehr dünn und leicht und liegt sehr angenehm in der Hand. In aufgeklapptem Zustand ist es gerade mal 5,4 Millimeter dick und schlanker als ein aktuelles iPad. Zusammengeklappt ist es auch nur einen guten Zentimeter dick und wirkt damit nicht klobig.

Galaxy Fold

Das faltbare Smartphone von Marktführer Samsung nutzt eine andere Technik als das Mate X. Es ist mit zwei Bildschirmen ausgestattet. An der Außenseite ist ein kleinerer Bildschirm mit 4,6 Zoll angebracht. Wer in den Tablet-Modus wechseln möchte, klappt das Galaxy Fold wie ein Buch auf und kommt zum größeren Bildschirm mit 7,3 Zoll. Insgesamt wirkt das Samsung-Modell etwas klobiger und ist im Gegensatz zum Huawei-Gerät noch nicht für das neue 5G-Netz ausgerüstet. Dafür dürfte das Samsung Galaxy Fold durch seine Buch-Konstruktion im Alltag unempfindlicher gegenüber Kratzern und Umwelteinflüssen sein. Während die Bildschirme des Mate X immer freiliegen, ist das große Display des Galaxy Fold in geschlossenem Modus gut geschützt.

Interessenten müssen bei beiden Herstellern tief in die Tasche greifen. Der Preis des Samsung-Geräts soll bei circa 2.000 Euro liegen. Das faltbare Smartphone von Huawei dürfte sogar 2.300 Euro kosten. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Preise für die neue Geräteklasse in den nächsten Jahren fallen werden, wenn mehr Hersteller ihre Produkte auf den Markt bringen.

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