Beruflich unterwegs -

Steuer aktuell Fahrradnutzung: Steuer-1x1 für Unternehmer

Haben Sie ein Fahrrad, das Sie für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb und für Fahrten zu Kunden nutzen, können Sie dafür Betriebsausgaben geltend machen. Handelt es sich um ein Betriebsfahrrad, gelten dieselben Grundsätze wie zur privaten Nutzung des Firmenwagens. Ohne Fahrtenbuch ist die 1-Prozent-Regelung anzuwenden.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Nutzen Sie ein Fahrrad auch für betriebliche Fahrten, stellt sich die Frage, ob dieses Fahrrad zum Betriebsvermögen Ihres Handwerksbetriebs gehört oder Privatvermögen darstellt. Dazu sind folgende Grundsätze zu beherzigen:

  • Wird das Fahrrad zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt, handelt es sich um Betriebsvermögen (= notwendiges Betriebsvermögen).
  • Bei einer betrieblichen Nutzung des Fahrrads im Umfang von mindestens zehn Prozent, aber höchstens 50 Prozent haben Sie ein Wahlrecht. Sie können das Fahrrad Ihrem Betrieb zuordnen oder Ihrem Privatvermögen (= gewillkürtes Betriebsvermögen oder Privatvermögen).
  • Liegt die betriebliche Nutzung unter ein Prozent handelt es sich um ein Fahrrad Ihres Privatvermögens.

Fahrrad gehört zum Betriebsvermögen

Gehört das Fahrrad zu Ihrem Betriebsvermögen, dürfen Sie den Kaufpreis des Fahrrads steuerlich geltend machen. Bei einem Kaufpreis bis netto 410 Euro sofort, bei einem höheren Kaufpreis im Rahmen der Abschreibung verteilt auf eine Nutzungsdauer von sieben Jahren. Für die Privatnutzung müssen Sie Ihrem Gewinn jeden Monat ein Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrtzeugs hinzurechnen.

Fahrrad gehört zum Privatvermögen

Handelt es sich bei dem Fahrrad um Privatvermögen, dürfen Sie pauschale Betriebsausgaben für die betrieblichen Fahrten geltend machen. Abziehbar sind

  • für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb 0,30 Euro für die einfache Strecke (Entfernungspauschale)
  • für sonstige betriebliche Fahrten (Fahrten zum Kunden) dürfen pauschal 0,05 Euro je gefahrenen Kilometer vom Gewinn abgezogen werden.
  • die Reparaturkosten bei einem Unfall auf einer dieser beiden Strecken.

Tipp: Nutzen sie ein Privatfahrrad mehr als zehn Prozent und maximal 50 Prozent betrieblich, können Sie dieses Fahrrad in das Betriebsvermögen Ihres Handwerksbetriebs einlegen. Ob sich das lohnt, wird Ihnen Ihr Steuerberater ausrechnen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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