Erfurt -

Internationales Projekt Fachkräftesicherung – eine entscheidende Zukunftsfrage

Auf der Abschlusskonferenz zum internationalen Projekt „Abgleich von Berufsqualifikationen für ihre Übertragung auf dem europäischen Arbeitsmarkt“ stellte die Handwerkskammer Erfurt die Projekt­ergebnisse, die neue Website und ihre internationalen Partner vor.

Gemeinsam mit Projektpartnern aus Polen und Portugal hat die HWK Erfurt berufliche Kompetenzen und Qualifikationen verglichen, die in Deutschland, Polen und Portugal während der Ausbildung zum Elektroniker und Kraftfahrzeugmechatroniker erworben werden. Darüber hinaus wurden die Erwartungen seitens der Arbeitgeber bezüglich fachlicher und sozialer Kompetenzen ihrer Mitarbeiter untersucht.

„Das Ergebnis ist die Website transvetjob.eu. Sie vermittelt Fachkräften, Arbeitgebern und Bildungseinrichtungen ein realistisches Bild von der Berufspraxis im jeweiligen Land. Mit ihrer Hilfe können sich Bewerber über die Tätigkeitsfelder in den drei Ländern und über Erwartungen ihrer zukünftigen Vorgesetzten informieren. Handwerksbetriebe profitieren von einer besseren Einschätzung der Kompetenzen und Qualifikationen von europäischen Bewerbern“, erläuterte Thomas Malcherek, Hauptgeschäftsführer der HWK Erfurt.

Absolventen und Fachkräfte haben bislang erhebliche Probleme bei einer Beschäftigung auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt der EU. Denn jeder Staat hat sein eigenes Berufsbildungssystem. Diese Heterogenität führt dazu, dass berufliche Fähigkeiten und Fertigkeiten in anderen EU-Ländern unter Umständen nicht erkannt werden.

Die Einordnung von beruflichen Qualifikationen in einem anderen EU-Land stellt eine Herausforderung für Fachkräfte und für Arbeitgeber dar. Es kommt zu Missverständnissen auf beiden Seiten: Für Fachkräfte ist häufig unklar, welche fachlichen Kompetenzen für die Ausübung des Berufs im Zielland notwendig sind und welche Voraussetzungen ein Betrieb erwartet. Andersherum haben Unternehmen Schwierigkeiten herauszufinden, für welche Qualifikationen die Zeugnisse aus anderen EU-Staaten tatsächlich stehen und welche fachlichen Kompetenzen der Bewerber aus dem Ausland mitbringt.

Gute Lösungsansätze zur grenzüberschreitenden Mobilität in der EU existieren bereits. Doch bislang verzeichne das Handwerk in diesem Bereich noch ein zu großes ungenutztes Potenzial, so Malcherek auf der Konferenz.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten