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Engpassberufe Fachkräftemangel: Die zehn meistbetroffenen Handwerksberufe

96 von 619 Berufsgruppen leiden laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter einem Mangel an Fachkräften - auch das Handwerk. Vor allem Betriebe in der Kältetechnik und der Bauelektrik bekommen die Engpässe zu spüren. Die zehn am stärksten betroffenen Handwerksberufe.

Neben den allgemeinen Bereichen Naturwissenschaften und Gesundheit, in denen Fachkräfte fehlen, ist vor allem auch das Handwerk stark von einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften betroffen. Nach Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft, die der Deutschen Handwerks Zeitung vorliegen, sind es hier besonders die Bereiche Kältetechnik, Bauelektrik und Hörgeräteakustik, die zu kämpfen haben (siehe Grafik).

In der Kältetechnik kommen beispielsweise auf 100 gemeldete offene Stellen nur 32 arbeitslose Personen. Zu beachten ist jedoch, dass bei der Bundesagentur für Arbeit nur etwa jede zweite offene Stelle tatsächlich auch gemeldet wird. Arbeitslos gemeldeten Personen stehen daher in Wirklichkeit jeweils 200 offene Stellen gegenüber.

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"Handwerksberuf" nennt die Studie solche Tätigkeiten, in denen mindestens 50 Prozent der Auszubildenden einer Berufsgruppe in die Zuständigkeit des Handwerks fallen. So gab es etwa im Jahr 2013 1.500 Azubis in der Elektromaschinentechnik, von denen etwa 1.000 in den Bereich des Handwerks fielen. Die Elektromaschinentechnik ist daher ein Handwerksberuf.

In der Mechatronik hingegen fielen 2013 von circa 26.000 Azubis nur etwa 500 in die Zuständigkeit des Handwerks. Bei der Mechatronik handelt es sich in der Studie folglich nicht um einen Handwerksberuf.

Als Fachkraft definiert sind Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Spezialisten sind Personen mit einem Fortbildungsabschluss wie Meister oder Techniker.

Frauen- und männertypische Berufe

Bei den meisten Mangelberufen bestehen laut Studie zudem deutliche Geschlechterunterschiede. Berufe, in denen das Verhältnis von Männern und Frauen in etwa ausgeglichen ist, sind deutlich seltener von Engpässen betroffen. Demnach sind 64 der betroffenen Berufe männertypisch und 17 frauentypisch. Ein ausgewogenes Verhältnis beider Geschlechter weisen nur 15 Engpassberufe auf.

Nahezu alle frauentypischen Mangelberufe gehören zum Berufsfeld Gesundheit, Soziales und Bildung. Fast jeder zweite Beschäftigte arbeitet hier in Teilzeit. "Schon wenn nur ein Teil von ihnen die Arbeitszeit aufstocken wollte und könnte, würde das die Engpässe deutlich reduzieren", erklärte IW-Berufsforscher Sebastian Bußmann. Bei männertypischen Engpassberufen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich arbeiten die Beschäftigten hingegen fast ausschließlich in Vollzeit. jr

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