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Analyse der Bundesagentur für Arbeit Fachkräfteengpässe weiten sich auf technische Berufe aus

Im Moment zeigt sich in Deutschland zwar noch kein flächendeckender Fachkräftemangel. Nach einer Analyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) weiten sich die Engpässe jedoch aus und erreichen mehr technische Berufe wie Energie- und Klimatechniker, Klempner und Heizungsinstallateure. Immer mehr Spezialisten ohne akademische Ausbildung fehlen.

Der Fachkräftemangel wird akuter. Immer mehr Regionen in Deutschland und immer mehr Berufsfelder sind betroffen, ergab eine neue BA-Analyse aus dem Dezember 2012. So können man zwar noch nicht von einem flächendeckenden Fachkräftemangel sprechen, allerdings habe sich in einzelnen Branchen die bereits bestehende Mangelsituation weiter verstärkt, sagte BA-Vorstand Raimund Becker am Mittwoch.

Als Beispiele nannte er technische Berufe sowie Tätigkeiten im Gesundheits- und Pflegebereich. Im Vergleich zu früheren Analysen seien auch neue Berufe hinzugekommen, bei denen sich Engpässe abzeichneten.

Bundesweit erste Anzeichen für Mangel

Bei den technischen Berufen fehlen laut Becker vor allem Fachkräfte für Ingenieurstätigkeiten. Erstmals gebe es auch einen Mangel an Spezialisten ohne akademische Ausbildung in den Bereichen Energietechnik, Klempnerei, Sanitär und Heizung sowie Klimatechnik – womit auch das Handwerk stärker betroffen ist.

Momentan zeigen sich diese Engpässen noch mit großen regionalen Unterschieden. So ist der Fachkräftemangel im Bereich Energietechnik besonders in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen erkennbar. Aber auch in den restlichen Bundesländern sind Anzeichen für Engpässe vorhanden.

Die Zeit, in denen die Betriebe hierbei auf neue Bewerber warten müssen, liegt derzeit bundesweit bei 110 Tagen und damit bei 38 Prozent über dem Durchschnitt aller Berufe. So kommen derzeit auf 100 gemeldete Arbeitsstellen rechnerisch 46 arbeitslose Fachkräfte und Spezialisten.

SHK-Handwerk zeigt erstmals konkrete Engpässe

Fachkräftemangel in technischen Berufen
© Quelle: BA

Ganz neu hinzugekommen ist in der BA-Analyse die Mangelsituation im Bereich Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik. Abgesehen von Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen sind hiervon alle westlichen Bundesländer sowie Thüringen betroffen. In den restlichen Ländern zeigt sich die Situation ebenfalls angespannt und es gibt Anzeichen für Fachkräfteengpässe.

Die Zeit, in denen die Arbeitgeber dieser Branche auf neue Bewerber warten müssen, liegt ebenfalls bei rund 110 Tagen. Auf 100 gemeldete Arbeitsstellen kommen hierbei rechnerisch 57 arbeitslose Fachkräfte.

Die Fachkräftenachfrage in der Energietechnik und im Bereich Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik ist zwar durch eine hohe Zahl an Stellen aus der Zeitarbeit geprägt. 63 Prozent der Stellen in der Energietechnik und 55 Prozent bei Klempnerei, Sanitär und Heizung sind derzeit in der Zeitarbeit. Deutliche Besetzungsprobleme zeigen sich jedoch auch außerhalb der Nachfrage aus dieser Branche. jtw

Die gesamte Analyse können Sie hier nachlesen.

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