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Fragen und Antworten im Überblick Der neue 50-Euro-Schein: Start am 4. April 2017

Ab dem 4. April 2017 gibt es neue 50-Euro-Scheine. Sie gehören zur neuen Europa-Serie und lösen die Banknoten ab, die seit dem 1. Januar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel waren. Die neuen Scheine sollen fälschungssicherer sein, denn keine andere Geldnote wird so oft als "Blüte" in den Umlauf gebracht. Zum 50-Euro-Schein gibt es noch weitere sehr interessante Fakten.

Den Start der Europa-Serie machte im Mai 2013 die 5-Euro-Banknote. Sie bekam als erstes ein neues Design und neue Sicherheitsmerkmale. Ihr folgten im Jahr 2014 die 10-Euro-Banknote und im Jahr 2015 der 20-Euro-Schein. Die neuen Banknoten sollen noch fälschungssicherer sein.

Zum 4. April kommt nun der Nachfolger der 50-Euro-Scheine in allen 19 Mitgliedstaaten des Euro-Raums in den Umlauf. Und es ist ein gewichtiger Start: Wie die Bundesbank mitteilt, werden ab der kommenden Woche insgesamt 5,4 Milliarden Stück der neuen Fünfziger mit einem Gewicht von rund 5.400 Tonnen durch die Notenbanken des Eurosystems via Automaten, Schalter und Ladenkassen unter die Leute gebracht.

Und das wird schnell gehen: Als die neuen 5-, 10- und 20-Euro-Scheine eingeführt wurden, dauerte es laut Bundesbank nur zwei bis drei Monaten, bis mehr neue Banknoten als alte im Umlauf waren.

50-Euro-Schein: Gern gefälscht und bald noch sicherer

In der Beschreibung der Bundesbank bekommt er genaue Merkmale zugeschrieben. So ist seine offizielle Farbe"Orange", er ist 140 X 77 Millimeter groß und der abgebildete Architekturstil ist die "Renaissance". Doch noch ein paar weitere Fakten zum neuen 50-Euro-Schein sind interessant:

Interessante Fakten zum neuen 50-Euro-Schein

  • Der 50-Euro-Schein ist der mit Abstand meist gefälschte unter allen Euro-Scheinen. 2016 belegte er mit 49.938 Fälschungen und einem Marktanteil von 61 Prozent den ersten Platz.
  • Unter den Geldscheinen ist der 50er die Nummer eins. Gemessen an der Stückzahl sind 46 Prozent aller 20,2 Milliarden umlaufenden Euro-Geldscheine 50er.
  • Im Motiv des neuen 50-Euro-Scheins wird der Baustil der Renaissance aufgegriffen. Damit setzt die neue Europa-Serie ihre Epochen der Kunstgeschichte fort und knüpft an den gotischen Stil des Zwanzigers an. Das abgebildete Gebäude hat dabei keinen realen Bezug.
  • Die Euro-Banknoten tragen die Unterschrift von Willem F. Duisenberg, Jean-Claude Trichet oder Mario Draghi, dem ersten, zweiten und dritten Präsidenten der EZB. Für die Gültigkeit der Banknote ist es jedoch nicht relevant wessen Unterschrift abgebildet ist.
  • Der Designer der neuen Banknoten heißt Reinhold Gerstetter und stammt aus Berlin. Die neuen Euro-Scheine sind nicht sein erstes Projekt. Gerstetter designte bereits die letzte Serie der DM-Scheine, die 1990 in Umlauf gebracht wurden.
  • Die Redensart "falscher Fuffziger" hat keinen direkten Bezug zum 50-Euro-Schein. Sie findet indes ihren Ursprung im Berlin der 1840er Jahre. Zu dieser Zeit produzierte eine Fälscherbande systematisch 50-Taler-Scheine und brachte diese in Umlauf.
Quelle: Vexcash

Die wichtigsten Fragen zum neuen 50-Euro-Schein im Überblick:

Was ist an dem neuen 50er anders als am Alten?

Der 50-Euro-Schein verfügt über neue Sicherheitsmerkmale. Sie sollen Geldfälschern das Handwerk erschweren. Bisher wurden Fünfer, Zehner und Zwanziger überarbeitet. Der Wert dieser Scheine ist jeweils als glänzende "Smaragd-Zahl" aufgedruckt, die ihre Farbe ändert, wenn man die Banknote etwas neigt. Das Wasserzeichen zeigt ein Porträt der griechischen Mythenfigur Europa, der Namensgeberin der neuen Banknotenserie: "Europa-Serie". Beim Zwanzig-Euro-Schein warteten die Währungshüter zudem mit einem Novum auf: In das Hologramm der Banknote ist ein Porträtfenster integriert. Hält man den 20er gegen das Licht, wird es durchsichtig und man sieht von beiden Seiten ein Porträt der Europa. Ähnlich dürfte es auch beim neuen 50er sein.

Sind die Scheine lackiert?

Die neuen Fünfer und Zehner sind mit einer Speziallackierung überzogen. Ziel ist, die Scheine haltbarer zu machen - denn gerade kleine Scheine wechseln häufig den Besitzer. "Die bisher gesammelten Erfahrungen lassen den Schluss zu, dass sich die Lebensdauer der Euro-Banknoten durch die Beschichtung tatsächlich erhöht hat", sagt die Bundesbank. Übrigens: Die Produktion einer Banknote kostet im Schnitt acht bis neun Cent.

Das ist der neue 50-Euro-Schein

Der neue 50er kommt 2017 in den Umlauf. Das ist die neue Banknote im Detail.

Welche Scheine der neuen Euro-Banknotenserie gibt es schon?

Seit dem 2. Mai 2013 ist der runderneuerte Fünfer im Umlauf, am 23. September 2014 folgte der Zehner, am 25. November 2015 der Zwanziger. Die alten Scheine bleiben gültig und werden nach und nach von den Notenbanken ausgetauscht. Das geht vergleichsweise schnell: Beim 20er zum Beispiel war bereits Mitte Januar 2016 - also knapp zwei Monate nach Einführung - gut jeder zweite Schein (56 Prozent) einer aus der neuen Serie. Im März 2016 stammten nach Bundesbank-Angaben bereits 85 Prozent der von Geschäftsbanken bei der Notenbank eingezahlten 20-Euro-Banknoten aus der neuen "Europa-Serie".

Warum wird das Geld überhaupt ausgestauscht?

Der Hauptgrund ist es, Geldfälschern das Leben schwerer zu machen. Für Kriminelle ist Geldfälschen ein lukratives Geschäft. Im vergangenen Jahr wurden so viele Euro-Blüten aus dem Verkehr gezogen wie nie seit Einführung des Euro-Bargeldes 2002.  899.000 gefälschte Scheine zählte die Europäische Zentralbank (EZB) damals. Fälscher setzen dabei vor allem auf Banknoten mit höherem Wert: Weltweit war 2015 jede zweite Euro-Blüte ein Zwanziger (51 Prozent), in Deutschland gehörten 40 Prozent in diese Kategorie. Am stärksten setzten Geldfälscher in Deutschland auf den "falschen Fuffziger": Fast jeder zweite nachgemachte Schein war eine Fünfzig-Euro-Banknote (49 Prozent): 46.567 Stück.

Bargeldlos bezahlen: Ein Blick ins Ausland

Wie wahrscheinlich ist es, mit Falschgeld in Berührung zu kommen?

Trotz der gestiegenen Zahlen ist es relativ unwahrscheinlich, dass einem Falschgeld untergejubelt wird. Die EZB betont: "Gemessen an der steigenden Zahl echter Banknoten im Umlauf - mehr als 18 Milliarden in der zweiten Jahreshälfte 2015 - ist der Anteil der Fälschungen nach wie vor sehr gering." Rein rechnerisch entfielen im vergangenen Jahr in Europa 27 falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner, in Deutschland waren es sogar nur 12 Banknoten je 10.000 Einwohner.

Warum wurde beschlossen, den 500er abzuschaffen?

Anfang Mai 2016 beschloss der EZB-Rat, dass die neue "Europa-Serie´" nur noch sechs Stückelungen umfassen wird. Nach dem 50er werden noch der 100- und der 200-Euro-Schein überarbeitet. Die Ausgabe des 500-Euro-Scheins soll gegen Ende 2018 eingestellt werden. Befürworter versprechen sich davon, dass Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden. Ob das klappt, ist umstritten. Die im Umlauf befindlichen 500er bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und sollen unbegrenzt umtauschbar sein. dhz/dpa

Dieser Beitrag wurde am 29. März 2017 aktualisiert.

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