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Berufliche Bildung Exzellenzstrategie für das Handwerk gefordert

Der Handwerksverband und die FDP-Bundestagsfraktion machen sich in einem gemeinsamen Positionspapier für eine bessere berufliche Bildung stark. Das sind die Forderungen.

Wie andere Wirtschaftszweige braucht auch das Handwerk ausgezeichnete Mitarbeiter. Nur so sind nach Ansicht von Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer die künftigen Herausforderungen zu schaffen. "Um die Zukunft zu gestalten, müssen wir dafür sorgen, dass die Förderung der beruflichen Bildung gleichgestellt wird zur Förderung an den Hochschulen", forderte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Exzellenz setze kein Abitur voraus, wohl aber eine gute schulische Ausbildung und eine breit aufgestellte Berufsorientierung – auch digital. Bildungseinrichtungen des Handwerks sollten als Orte des Innovations- und Technologietransfers zu Akademien der Höheren Berufsbildung weiterentwickelt und finanziell stärker von Bund und Ländern unterstützt werden.

Mehr Auslandsaufenthalte in die berufliche Bildung einbauen

Zur Exzellenzförderung in der beruflichen Bildung gehört nach Ansicht von FDP-Fraktionschef Christian Lindner auch mehr Internationalisierung. "Wir brauchen einen Deutschen beruflichen Austauschdienst", sagte er bei der Vorstellung des gemeinsamen Positionspapieres mit Blick auf den schon lange bestehenden Deutschen Akademischen Austauschdienst. Ziel müsse es sein, dass 20 Prozent der Auszubildenden während ihrer Ausbildung einmal ins Ausland gingen. Auch solle durch den Ausbau digitaler Lehr- und Lernmethoden sowie exzellenter Weiterbildungsangebote in der Höheren Berufsausbildung der Führungs- und Spezialisten-Nachwuchs für Unternehmen besser qualifiziert werden.

Aufstiegsfortbildung noch stärker fördern

Stärker als bisher sollten nach Ansicht von Lindner und Wollseifer auch die Aufstiegsmöglichkeiten von der Erstausbildung über die Höhere Berufsbildung zum Meister oder dem Betriebswirt im Handwerk dargestellt und gefördert werden. So sollte etwa das Meister-Bafög so weiterentwickelt werden, dass Angebote der höheren Berufsbildung deutlich weniger Kosten oder Gebühren verursachten. Darüber hinaus sollten Talente in der beruflichen Bildung – etwa über die Begabtenförderung – noch stärker unterstützt werden.

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