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Wahlen zum Europaparlament Europawahl: So hat Deutschland gewählt

Die Wahlbeteiligung ist um fast fünf Prozent gestiegen, die Wahlen zum Europaparlament stießen in Deutschland auf mehr Interesse als im Jahr 2009. Zum ersten Mal traten die großen Parteien mit Spitzenkandidaten an, Zulauf erhielten aber auch einige kleine Parteien. So haben die Deutschen gewählt.

Die Union ist und bleibt die stärkste Partei, die für Deutschland ins Europaparlament geschickt wird. Doch trotzdem feierte sie sich am vergangenen Abend nicht ganz so ausgiebig wie die SPD, die das zweitbeste Ergebnis erzielte. Die Christdemokraten bekamen laut dem Ergebnis des Bundeswahlleiters 35,3 Prozent der Wählerstimmen – ein Verlust von 2,5 Prozent (-0,6 CDU und -1,9 CSU). Die SPD erreichte dagegen nur 27,3 Prozent, aber ein Plus von 6,5 Prozent.

Auch bei den Ergebnissen der gesamten EU erreichten die beiden großen Parteien die besten Ergebnisse. Die Europäische Volkspartei (EVP), zu der auch CDU und CSU gehören, bekommt nach Angaben des EU-Parlaments künftig 211 Sitze und die europäischen Sozialdemokraten 193 Sitze.

Wahlbeteiligung gestiegen

In Deutschland lag die Wahlbeteiligung bei dieser Wahl höher als bei der vergangenen im Jahr 2009. Sie stieg von 43,3 auf 48,1 Prozent. Gründe für den Anstieg liegen möglicherweise daran, dass zum ersten Mal Spitzenkandidaten der großen Parteien um Wählerstimmen warben und sich um das Amt des EU-Kommissionschefs bewarben. Nach den jetzigen Ergebnissen wird der Kandidat der Europäischen Volkspartei, Jean-Claude Juncker, das Amt übernehmen.

25 Parteien und sonstige politische Vereinigungen traten in Deutschland zur Europawahl an. Als größter Mitgliedstaat der EU hat Deutschland 96 Sitze im Europaparlament. Darauf bewerben sich 726 Männer und 327 Frauen.

Kleine Parteien holen Stimmen

Die weiteren Ergebnisse der Europawahl 2014 in Deutschland: Die Grünen erreichten 10,7 Prozent der Stimmen, die Linke 7,4 Prozent, die AfD 7,0 Prozent, FDP 3,4 Prozent, die Freien Wähler 1,5 Prozent, die Piraten 1,4 Prozent, die Tierschutzpartei 1,2 Prozent, die NPD 1,0 Prozent, Familienpartei 0,7 Prozent, ÖDP 0,6 Prozent. Weitere Ergebnisse der kleinen Parteien können Sie hier nachlesen.

Die kleinen Parteien bekamen bei der Wahl 2014 die Chance, ins Europaparlament einzuziehen, da es keine Fünf-Prozent-Hürde gab. Vor allem das Ergebnis der eurokritischen Partei AfD sorgt für Überraschung. Sie warb unter anderem am rechten Rand um Wählerstimmen. dhz

Wie die Wahlbeteiligung in einzelnen Bundesländern aussah und welche Parteien gewählt wurden, erfahren Sie hier.

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