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Handynutzung im Ausland EU will 2017 Roaming abschaffen

Wer im Ausland sein Telefon benutzt und keine Zusatzoption im Vertrag stehen hat, der zahlt womöglich drauf. Dieses sogenannte "Roaming" will die EU in allen Mitgliedsstaaten im Sommer 2017 abschaffen. So günstig wie im Inland wird es dabei allerdings nicht für alle.

Wer aus dem Urlaub im Ausland mit seinem Mobiltelefon zuhause anruft, der landet womöglich in einer Kostenfalle. Schuld sind sogenannte "Roaming"-Gebühren, die dann anfallen können. Beim Eintritt in ein EU-Land erhält der Nutzer aktuell eine SMS, in der die Tarife aufgelistet sind. Die Preise führen dazu, dass viele Menschen im Urlaub gar keinen Handykontakt mit Daheimgebliebenen oder untereinander aufbauen.

Mit einem Gesetzesentwurf, den die Europäische Union derzeit vorbereitet, soll damit Schluss sein. Wer in einem ausländischen Netz SMS verschickt, Telefoniert oder im Internet surft, soll ab Sommer 2017 keine Aufschläge mehr zahlen müssen. Darauf haben sich Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments in Brüssel geeinigt.

Gebühren entfallen nicht ganz

Doch die komplette Beseitigung der Gebühren ist wohl nicht geplant. Anbieter dürfen die Gebührenfreiheit einschränken, wenn sich inländische Nutzer häufig im Ausland aufhalten. Auch entstandene höhere Kosten sollen vom Anbieter abgerechnet werden können.

Die Gebühren sollen in einem Zwischenschritt am 30. April 2016 gesenkt werden. Dann gilt:

  • Telefon: 5 Cent/Minute (aktuell 19 Cent abgehend, 5 Cent eingehend)
  • SMS: 2 Cent (aktuell 6 Cent)
  • Internet: 5 Cent/1 MB (aktuell 20 Cent)
Die Preise sind eine zusätzliche Gebühr auf die jeweils inländischen Tarife der Anbieter.

Neutrale Behandlung aller Daten

Auch beim Thema Netzneutralität konnten sich die Vertreter bei den zwölfstündigen Verhandlungen einigen. Internet-Anbieter sollen verschiedene Arten von Datenverkehr gleichmäßig behandeln, egal von wo aus die Daten geschickt werden oder wer es macht.

Heftig debattiert wurde über die Frage, ob und welche Daten unter gewissen Umständen doch Vorrang haben sollten. Die Einigung: bestimmte Spezialdienste sollen Vorrangig behandelt werden – etwa Daten des automatischen Notrufsystems "eCall", das künftig in allen Kfz-Neuzulassungen eingebaut sein wird. Dabei dürfe aber die allgemeine Qualität der Dienste für andere Nutzer nicht beeinträchtigt werden.

 Die Details müssen noch ausgehandelt werden. Am Ende steht die offizielle Bestätigung des Beschlusses durch die EU-Staaten und das Europäische Parlament. dpa

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