Deutschland -

EU-Bildungspolitik EU-Kommissar fordert Recht auf Weiterbildung

Ginge es nach dem EU-Beschäftigungskommissar Vladimir Spidla, hätten Arbeitnehmer bald einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung.

Spidla sagte, "es ist sehr sinnvoll, in den Arbeitsverträgen für jeden Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung undindividuell zugeschnittene Qualifizierungsmaßnahmen zu verankern – davon profitieren die Beschäftigten und die Unternehmen." "Die Betriebe könnten sicher sein, dass sich ihre Mitarbeiter einer Weiterbildung nicht verweigern und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf diese Weise gestärkt wird“, so Spidla weiter. Zugleich kündigte der EU-Politiker Unterstützung für Mittelständler bei der Weiterbildung an: "Die EU-Kommission ist bereit, die notwendige qualifizierte Weiterbildung in mittelständischen Betrieben zu fördern, indem sie Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung stellt.“

Spidla, der ehemalige Ministerpräsident der Tschechischen Republik, bezeichnete eine regelmäßige Fortbildung für Arbeitnehmer als "unumgänglich“: "25-Jährige Arbeitnehmer müssen sich genauso weiterbilden wie 55-Jährige.“

Mindestlöhne könnten Schwarzarbeit senken

Im Gegensatz zu Politikern der Unions-Parteien und zu Vertretern von Wirtschaftsverbänden meint Spidla, dass Mindestlöhne die Arbeitslosigkeit und die Schwarzarbeit senken könnten: "Es scheint nicht, dass nach Einführung der Mindestlöhne die Arbeitslosigkeit gestiegen und die Schwarzarbeit angewachsen ist. Im Gegenteil: In Großbritannien ist die Arbeitslosigkeit nach Einführung eines Mindestlohnes gesunken.“

Laut Spidla verfügen 20 von 27 EU-Mitgliedstaaten über Lohnuntergrenzen. "Alle EU-Länder, die Mindestlöhne eingeführt haben, scheinen damit zufrieden zu sein."

ddp/abu

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten