Umwelt + Energie -

Schluss mit A+ bis A+++ EU beschließt einfachere Energielabels

Die neue, vom EU-Parlament beschlossene Bewertungsskala von A bis G soll es Verbrauchern in Zukunft vereinfachen, energiesparende Elektrogeräte zu kaufen.

A +, A++ oder A+++? Wer sich in der Vergangenheit Kühlschrank, Waschmaschine und andere Elektrogeräte zugelegt hat, dürften diese Energielabels bekannt sein. Welche genaue Bedeutung die verwirrenden Bezeichnungen haben, wissen die meisten jedoch nicht.

Ein Beschluss des EU-Parlaments will jetzt Licht ins Dunkle bringen: Bis Ende 2019 soll eine vereinfachte Energieverbrauchs-Skala für Haushaltsgeräte eingeführt werden. Die verwirrenden Pluszeichen werden dabei durch die Buchstaben A bis G ersetzt: Besonders energiesparende Produkte fallen dann in die Effizienzklasse A, "Energiefresser" in die Effizienzklasse G.

Verbraucher profitieren

Insbesondere Verbraucher sollen von den neuen, unkomplizierten Labels profitieren, die zukünftig auf die Elektrogeräte gedruckt werden. Das EU-Parlament hofft, dass sich energiesparende Produkte so einfacher ausmachen und Energiekosten gesenkt werden können. Denn Strom in Deutschland ist weiterhin teuer: Eine Kilowattstunde kostete im Jahr 2016 durchschnittlich 29,69 Cent (inklusive Steuern), weshalb Kunden in Zukunft wahrscheinlich eher zu Geräten der Klasse A greifen werden. Das dürfte auch Hersteller zu Neuinvestitionen ermuntern.

Energieeffizienzklassen werden angepasst

Laut EU-Parlament sollen zukünftige Neuklassifizierungen automatisch eingeleitet werden, sobald es Verbesserungen bei der Energieeffizienz gibt. Das geschieht etwa, wenn 30 Prozent der auf dem EU-Markt verkauften Produkte sich der obersten Energieeffizienzklasse "A" zuordnen lassen beziehungsweise 50 Prozent dieser Produkte in die obersten zwei Energieeffizienzklassen "A" und "B" fallen. Bei Aktualisierungen, die sich auf die Energieeffizienz eines bereits erworbenen Produkts auswirken, sollen Anbieter ihre Kunden informieren .

Die EU-Kommission will nun eine Produktdatenbank erstellen, um den nationalen Behörden bei der Überwachung der Einhaltung der Vorgaben zu helfen. Außerdem soll ein Onlineportal für die Öffentlichkeit geschaffen werden, um die Marktüberwachungsbehörden zu unterstützen und den Verbrauchern zusätzliche Informationen über die Produkte zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren soll es auch breit angelegte Informationskampagnen geben, die auf die neu eingeführten Versionen der Labels aufmerksam machen.

Werbung mit der Energieeffizienzklasse: Seit 1. August neue Pflichten für Händler und Hersteller

Konkreter als diese Pläne sind bereits die Vorgaben der EU zur Werbung mit der Energieeffizienzklasse. Denn schon seit 1. August 2017 muss auf allen Werbemitteln neben der Energieeffizienzklasse eines Produkts auch das Spektrum der Effizienzklasse angegeben werden. Macht der Betrieb in einer Broschüre beispielsweise Werbung für eine Leuchte mit der Energieeffizienzklasse A, muss er nun zusätzlich angeben, dass die Skala in diesem Fall von A bis E reicht.

Auf diese Neuerungen weist der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hin und empfiehlt den Betrieben, die derartige Waren verkaufen, alle Werbemittel zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Gegebenenfalls sollten sie entsprechende Werbemittel von Herstellern der Produkte anfordern, wenn diese angepasste Werbemittel nicht selbstständig zur Verfügung stellen. dhz

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten