Meisterstücke -

Sonderausstellung "geplant und ausgeführt" Erstmals Architekturpreis auf der IHM in München verliehen

Der Augsburger Architekt Titus Bernhard und sein Team sowie das Handwerksunternehmen der Gebrüder Loy aus Eresing in Oberbayern haben den Architekturpreis "geplant und ausgeführt" gewonnen, der erstmals auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München verliehen wurde. Der Preis soll außergewöhnliche Leistungen in der Partnerschaft zwischen Bauhandwerkern und Architekten oder Innenarchitekten würdigen.

Haus 11 x 11 am Wörthsee
Das Haus 11 x 11 am Wörthsee hat den ersten Preis im Wettbewerb "geplant + ausgeführt" des Jahres 2012 gewonnen. -

Wie eine bewohnbare Skulptur steht das „Haus 11 x 11“ am Wörthsee. Die rötlich schimmernden Holzlamellen der Fassadenverkleidung streben ohne Traufe über die Dachflächen bis zur asymmetrisch angeordneten Dachspitze. Wie ein Monolith fügt sich das Wohnhaus, konzipiert für eine vierköpfige Familie, in das Landschaftsbild.

Mit dem Haus haben sich nicht nur die Bauherren, sondern auch die planenden Architekten um Titus Bernhard sowie Zimmerermeister Peter Loy und sein Bruder Josef, der Bauingenieur ist, ein Denkmal gesetzt. Denn der Preis, der ihre herausragende Teamleistung belohnt, wiegt umso schwerer, da der Wettbewerb gleich bei seiner Premiere nicht nur durch viele Bewerbungen, sondern vor allem durch deren durchweg hohe Qualität Maßstäbe setzt.

30 Objekte ausgestellt

Die Jury hatte es schwer, unter den 86 eingereichten Projekten, eine Vorauswahl für die begleitende Ausstellung während der IHM zu treffen. „Wir haben extra die Zahl der ausgestellten Objekte von 20 auf 30 erhöht und konnten dennoch nicht alle berücksichtigen, die es ebenfalls verdient hätten, gezeigt zu werden“, sagte Juryvorsitzender Rainer Hilf, Vorstandsmitglied der bayerischen Architektenkammer. Das Siegerobjekt lobte Hilf als „großzügige, höchst ästhetische und zugleich konstruktiv, bauphysikalisch wie energetisch äußerst innovative Auffassung und Gestaltung eines Wohngebäudes.“

IHM: Sonderausstellung "geplant + ausgeführt"

Mit dem zweiten Preis wurde die Sanierung und Aufstockung des denkmalgeschützten Schiffmacherhauses am Münchner Viktualienmarkt ausgezeichnet, geplant vom Architekturbüro Landau und Kindelbacher. Für die Metallarbeiten im denkmalgeschützten Treppenhaus mit seiner Wendeltreppe aus dem Jahr 1873 zeichnet die Kunstschmiede von Hafen aus Meckenbeuren verantwortlich. Oskar Hafen und seinem Sohn Andreas ist es gelungen, den historischen Charakter des bereits 1521 erstmals urkundlich erwähnten Hauses trotz zweigeschossiger Aufstockung zu erhalten.

Neue Qualität für das Arbeitsklima

Zu welchen Leistungen das Handwerk fähig ist, wird gerade beim Gewinner des dritten Preises offenkundig. Die Schreinerei Design.s aus Pulling hat beim Bau ihrer neuen Werkhalle nicht nur die Planung, unterstützt durch das Architektenbüro Deppisch aus Freising, selbst in die Hand genommen, sondern auch die Arbeiten für Fassade, Fenster, Tore und Innenausbau. Entstanden ist ein „mustergültiges Beispiel eines höchst qualitätvollen Betriebsgebäudes, das durch seine klare, unaufdringliche Formgebung und seine schlichten, zurückhaltenden Details beeindruckt“, wie die Jury ihre Entscheidung begründete.

Die Wechselwirkung zwischen dunkler Außenhaut aus geschwärztem Holz mit einer Lichtfassade aus recyceltem Kunststoff und der vollflächig mit Photovoltaikmodulen ausgelegten Dachfläche würden eine stimmige Gestaltung vom einzelnen Detail bis hin zum Gesamtkonzept schaffen. Der Baukörper schaffe zudem eine neue Qualität für das Arbeitsklima.

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