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Aushängeschild für "zero:e park" Erster Supermarkt im Passivhaus-Standard

In Hannover steht Deutschlands erster Supermarkt im Passivhaus-Standard. Hocheffiziente Kühlgeräte, deren Abwärme für die Raumheizung ausreicht, und die gute Dämmung des Gebäudes ermöglichen eine Energieeinsparung von 30 Prozent gegenüber herkömmlichen Supermärkten.

Anders als bei Wohngebäuden spielt die Heizung in einem Supermarkt nur eine untergeordnete Rolle in der Energiebilanz. Etwa 60 Prozent des Verbrauchs entstehen durch die Anlagen zur Kühlung, weitere 20 Prozent durch Beleuchtung. Folglich sind hier auch die größten Einsparungen möglich.

Neue Technik für Nullemissionssiedlung

Bei allen technischen Geräten wurde in Hannover daher auf höchste Effizienz gesetzt. Die Kälte- und Kühlmöbelanlagen wurden teilweise eigens für den neuen Rewe-Markt in der Nullemissionssiedlung „zero:e park“ im Stadtteil Wettbergen entwickelt. Die Beleuchtung benötigt nur etwa halb so viel Strom wie die in anderen Märkten – und zwar bei gleicher Lichtleistung.

Die Dämmstärke für die Gebäudehülle wurde so gewählt, dass auch im Winter keine aktive Heizung benötigt wird. Bei der Lüftung sorgt ein Rotationswärmetauscher dafür, dass nicht mehr Wärme als nötig verloren geht. Überschüssige Abwärme im Sommer wird hingegen gezielt und effizient nach außen geführt.

Internationale Passivhaustagung im April in Aachen

„Insgesamt wird in Lebensmittelmärkten normalerweise sehr viel Energie verbraucht – in der Regel liegen die Energiekosten sogar im Bereich des Gewinns, der mit den Verkäufen erwirtschaftet wird“, sagt Jürgen Schnieders vom Passivhaus-Institut. Eine drastische Reduzierung des Verbrauchs sei daher gerade für diese Gebäudeart eine attraktive Option. Über Details zum Thema wird Schnieders auf der Internationalen Passivhaustagung vom 25. bis 26. April in Aachen berichten.

Die Kriterien des Passivhaus-Standards werden in dem von der Meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH errichteten Rewe-Markt deutlich erfüllt. Der Heizwärmebedarf liegt bei nur 12 kWh pro m² im Jahr. Dabei ist der Supermarkt auch architektonisch ein Aushängeschild im neuen „zero:e park“. Der Entwurf des Hamburger Architekturbüros Spengler und Wiescholek überzeugt vor allem mit seiner natürlichen Fassade aus Vollholz.

In der Nullemissionssiedlung „zero:e park“ werden neben dem Passivhaus-Supermarkt etwa 330 Wohngebäude im Passivhaus-Standard errichtet. Das Quartier zählt damit zu den Leuchtturmregionen in dem EU-Projekt PassREg (Passive House Regions with Renewable Energies).

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