Gesundheit -

Ausbildung zum Ersthelfer verkürzt Erste Hilfe praxisnah

Seit April dauern Schulungen für betriebliche Ersthelfer nur noch einen Tag und sind wesentlich praxisnaher als bisher. Ein Vorteil nicht nur für die Ersthelfer selber, sondern auch für Unternehmer. Die wichtigsten Inhalte auf einen Blick.

Betriebe mit bis zu zwanzig Beschäftigten müssen mindestens einen Ersthelfer stellen. Für größere Unternehmen gilt: Mindestens fünf Prozent der anwesenden Beschäftigten in Verwaltungs- und Handelsbereichen und mindestens zehn Prozent der anwesenden Beschäftigten in sonstigen Bereichen müssen zum betrieblichen Ersthelfer ausgebildet sein. So sehen es die "Grundsätze der Prävention" (BGV A1) der Unfallverhütungsvorschrifen (UVV) vor.

Nach einer Grundausbildung müssen Ersthelfer alle zwei Jahre ihre Kenntnisse auffrischen. Bisher dauerte das 16 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Jetzt müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter, die sich zum betrieblichen Ersthelfer ausbilden lassen wollen, nur noch für neun 9 Unterichtseinheiten à 45 Minuten freistellen.

Inhalte und auch die Vermittlungsweise der Ausbildung wurden geändert, weil Studien zeigten, dass Teilnehmer von der Vielzahl der Themen überfordert waren. Nun konzentrieren sich Ausbilder auf die Vermittlung lebensrettender Maßnahmen und einfacher Regeln der Ersten Hilfe. Details und überflüssige medizinische Informationen bleiben außen vor.

Wichtigste Inhalte der Ersthelferausbildung

• eigene Sicherheit
• Notruf
• Rettung aus einem Gefahrenbereich
• Maßnahmen zur psychischen Betreuung und zum Wärmeerhalt
• Wundversorgung
• bedrohliche Blutungen
• Knochenbrüchen und Gelenkverletzungen
• Bewusstlosigkeit
• Atmung
• Seitenlage
• Herz-Lungen-Wiederbelebung
• Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED)
• Helmabnahme beim bewusstlosen Motorradfahrer
• hirnbedingte Störungen erkennen; Maßnahmen bei Schlaganfall und Krampfanfall
• Atemwegsverlegungen und Asthma bronchiale
• kreislaufbedingte Störungen; Maßnahmen bei Herzinfarkt und Stromunfällen
• Temperaturbedingte Störungen
• Vergiftungen

Als Ersthelfer erkennen die Unfallversicherungen nur Personen an, die ihre Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe bei einer Stelle gem. § 26 Abs. 2 UVV BGV A1 erhalten haben. Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter bei diesen Stellen schulen lassen, übernehmen die Berufsgenossenschaften die Lehrgangskosten. Arbeitszeit und Fahrtkosten liegen beim Unternehmer.

Weitere Informationen unter www.dguv.de. dhz

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