München und Oberbayern -

"Erst Deutschland und dann die ganze Welt"

Handwerker Martin Ecker erzählt im DHZ-Gespräch, was er mit seiner Tragfix-Erfindung vorhat.

Nach einer Ausbildung zum Zahntechniker machte Martin Ecker aus München 1987 eine Umschulung zum Dachspengler. Heute ist der 44-Jährige als Bautenschützer tätig. Seine große Leidenschaft gilt jedoch seinen Erfindungen. Der Tragfix ist seine erfolgreichste Innovation. Beim Schutz und der Markteinführung des Produkts half die Erfinderberatung der Handwerkskammer. Ein Patentanwalt und der Technologie- und Innovationsberater der Handwerkskammer beraten Handwerksbetriebe hierbei kostenlos, ob und wie sich eine Erfindung schützen lässt und welche Möglichkeiten zur Vermarktung bestehen.

Deutsche Handwerks Zeitung: Herr Ecker, was macht man mit dem Tragfix?

Martin Ecker: Man kann damit Säcke verschließen, anheben und umhertragen, ohne dass sie einreißen.

DHZ: Wie kamen Sie auf die Idee?

Ecker: Beim Aufräumen meines Lagers habe ich mich immer schon über die vielen offenen Säcke mit Baustoff geärgert, die ich oftmals wegwerfen musste, weil der Inhalt feucht geworden war und sich verklumpt hatte. Deshalb habe ich mir überlegt, wie man einen Sack wiederverschließbar machen kann. Das gilt übrigens nicht nur für Zement- oder Mörtelsäcke, sondern z.B. auch für Katzenstreu, Grillkohle und andere Sackwaren.

DHZ: Wie ging es mit Ihrer Erfindung weiter?

Ecker: 2004 habe ich sie zum Patent angemeldet. Heute vertreibe ich den Tragfix zusammen mit einem Partner. Dabei war das zunächst überhaupt nicht geplant. Ich habe eher daran gedacht, Lizenzen zu vergeben.

DHZ: Wie haben Sie das alles neben Ihrer normalen Arbeit geschafft?

Ecker: Die eigentliche Patentanmeldung habe ich noch selbst geschafft. Aber bei der Vermarktung bin ich dann etwas ins Schwimmen geraten. Zum Glück hat mir die Handwerkskammer geholfen.

DHZ: Wie sah die Hilfe konkret aus?

Ecker: Für die Vermarktung eines Patents braucht man einen langen Atem, viele scheitern daran. Um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden, bin ich zur Erfinderberatung der Handwerkskammer gegangen. Dort hat man geprüft, welchen Schutz das inzwischen erteilte Patent bietet und mit welchen weiteren, relativ kostengünstigen Schutzrechten sich die Vermarktung des Produkts absichern lässt. Hierzu zählen neben einem Markennamen wie „Ecker’s Tragfix“ auch ein Geschmacksmuster, mit dem das optische Erscheinungsbild meines Produkts inzwischen geschützt ist. Dies ist speziell für den Tragfix sehr wichtig. Ich wusste gar nicht, welche Möglichkeiten es gibt und was man da beachten muss. Außerdem hat der Technologie- und Innovationsberater der Kammer Kontakte zu Einrichtungen vermittelt, die die Vermarktung des Produkts unterstützen konnten. Dies führte u. a. zu einer Ausstellung auf einem Sonderstand der IHM.

DHZ: Wann kam der Durchbruch für Ihre Erfindung?

Ecker: Das war 2008 auf der IHM. Ich habe dort den Bundespreis gewonnen, das Produkt wurde bekannt.

DHZ: Mittlerweile wurden mehrere zehntausend Stück verkauft. Wo gibt es den Tragfix?

Ecker: Eine große Baumarktkette hat das Produkt in ihr Sortiment aufgenommen.

DHZ: Wie geht es weiter?

Ecker: Wir wollen den Tragfix in ganz Deutschland bekannt machen. Der nächste Schritt wäre dann die internationale Vermarktung. Dafür suchen wir weitere Vertriebspartner.

DHZ: Und was kommt nach dem Tragfix?

Ecker: Ich habe noch viele neue Ideen in der Pipeline, die ich umsetzen möchte. Mehr wird aber noch nicht verraten.

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