Erbschaftsteuer -

Unternehmensnachfolge Erleichterung bei Erbschaftssteuer

Finanzminister Wolfgang Schäuble will den bürokratischen Aufwand für kleine Handwerksbetriebe bei der Erbschaftsteuer in Grenzen halten. Der CDU-Politiker kündigte an, die Grenze für die Verschonung bei der Erbschaftssteuer nicht unbedingt an einem Unternehmenswert von einer Million Euro festzumachen.

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"Mir gefällt die eine Million Euro Betriebsvermögen auch nicht, andererseits habe ich bislang keine bessere Lösung gesehen", sagte Schäuble der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dieser Vorschlag aus den Eckpunkten zur Erbschaftsteuerreform hatte auch im Handwerk nicht zuletzt wegen der aufwendigen Ermittlung des Unternehmenswerts für Aufregung gesorgt.

Schäuble gefällt die Bagatellgrenze nicht

Generell soll die Bagatellgrenze festlegen, bis zu welchem Wert Betriebe allein durch die Fortführung des Betriebes von der Erbschaftsteuer befreit werden. Heute schaut man dazu auf die Zahl der Mitarbeiter. Nur Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern müssen den Erhalt einer bestimmten Lohnsumme über mehrere Jahre nachweisen, wenn sie weitestgehend oder sogar ganz von der Erbschaftsteuer verschont werden wollen.

Eine praxistaugliche Variante sollte nach Ansicht von ZDH-Präsident Hans-Peter Wollseifer nach wie vor an der Zahl der Mitarbeiter festgemacht werden. "Wir schlagen vor, Betriebe mit 12 bis 15 Mitarbeitern zu verschonen", sagte er in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts einhalten

Mit der aktuellen Grenze von 20 Mitarbeitern profitieren mehr als 90 Prozent der Unternehmen von der Ausnahmeregel. Dieser Anteil war dem Bundesverfassungsgericht zu hoch. Es forderte im Dezember 2014 auch deswegen Nachbesserungen bei der Erbschaftsteuer.

Schäuble zeigt sich jetzt offen für Änderungsvorschläge an seinen bisherigen Eckpunkten. Nur eines stehe für ihn außer Frage: Die Reform müsse die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes erfüllen.

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