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Lohnsteuer Erholungsbeihilfe steueroptimal vereinbaren

Wer nicht auf die paar Euro mehr durch die Abschaffung der "kalten Progression" zum 1. Januar 2016 warten möchte, sollte schon heute aktiv werden und nach Möglichkeiten suchen, sein Nettogehalt zu steigern. Eine Möglichkeit ist die Vereinbarung einer Erholungsbeihilfe statt freiwilligem Urlaubsgeld.

Damit die Steuervergünstigungen zur Erholungsbeihilfe jedoch nicht verloren gehen, müssen einige Steuerspielregeln einbehalten werden.

Bei der Erholungsbeihilfe nach § 40 Abs. 2 EStG führt der Arbeitgeber pauschal 25% Lohnsteuer (zzgl. Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer) ans Finanzamt ab. Beim Mitarbeiter kommen die Höchstbeträge der Erholungsbeihilfe vom Finanzamt unangetastet an. Voraussetzung ist jedoch, dass die Erholungsbeihilfe zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt wird. Die Erholungsbeihilfe beträgt für den Arbeitnehmer 156 Euro, für seinen Ehepartner 104 Euro und für jedes Kind 52 Euro.

Beispiel: Arbeitnehmer Hans Huber möchte mit seiner Frau und seinen vier Kindern Urlaub in Mallorca machen. Der Arbeitgeber greift ihm mit der Erholungsbeihilfe in Höhe von 468 Euro (Hans 156 Euro, Ehefrau 104 Euro, Kinder 208 Euro) unter die Arme. Da der Arbeitgeber pauschale Steuern nach § 40 EStG abführt, kommen diese 468 Euro bei Hand Huber an.

Arbeitgeber muss Nachweis fordern und aufbewahren

Die Erholungsbeihilfe muss für die Erholung bestimmt sein und verwendet werden. Davon kann ausgegangen werden, wenn die Erholungsbeihilfe im zeitlichen Zusammenhang mit einem Urlaub des Arbeitnehmers gewährt wird (Richtlinie 40.2 Abs. 3 Lohnsteuerrichtlinien). Der zeitliche Zusammenhang ist gewährt, wenn die Zahlungen maximal 3 Monate vor oder nach dem Urlaub erfolgt. Damit die Erholungsbeihilfe beim Arbeitnehmer tatsächlich steuerfrei ankommt, sollte der Arbeitgeber also von seinem Arbeitnehmer eine Kopie der Urlaubsbuchung fordern und bei den Lohnunterlagen aufbewahren.

Tipp: Die Erholungsbeihilfe zu teilen und monatlich auszuzahlen, ist keine gute Idee. Denn selbst wenn der Arbeitnehmer am Jahresende mitteilt, dass er die Zahlungen für einen Urlaub verwendet hat, scheitert die Steuervergünstigung (BFH. Urteil v. 19.9.2012, Az. VI R 55/11). Hier ist zum einen nicht klar, ob eine Reise gebucht wurde. Zum anderen ist die Drei-Monatsreglung hier nicht prüfbar.

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